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Kaum medizinisch erforschte Syndrome, Teil 1

Die sogenannte Schweden-Shop-Verstopfung.

Sie entsteht durch einen Besuch bei Ikea und beinhaltet den übermässigen Konsum von Fleischbällchen, Lant Chips und diesen leckeren Schokokeksen. Börp.

Das nächste Mal kauf ich auch noch gleich Aquavit für die Verdauung.

(Aber es gab mal wieder auch ganz viele ganz tolle nicht essbare Sachen zu erstehen bei Ikea. Demnächst in dieser Wohnung.)
6.2.07 13:46


Männerrhetorik

Frauen haben ja angeblich keinen Sinn für Humor. Während ich diese Behauptung für relativ unernstnehmbar halte, muss ich zugeben, dass Männer manchmal ganz witzig sein können.

Ausser sie sind Elton, Mario Barth oder Ingo Appelt.

Es ist aber eine Tatsache, dass Männer manchmal dann am amüsantesten sind, wenn sie im Brustton der Überzeugung irgendetwas völlig Hirnrissiges von sich geben.

Der Beweis: Things My Boyfriend Says.

Und ganz ehrlich: Irgendwie sind sie alle ein bisschen so, nicht wahr?

Ein Beispiel als Beweis: Ich und mein Exemplar dieser Gattung spielten neulich Trivial Pursuit.

Ich: "Welcher Teil des Auges heisst gleich wie eine Hülsenfrucht?"
(Gesucht war die Linse.)
Er: "Der Augapfel."
Ich: "Eine Hülsenfrucht."
Er: "Was weiss ich! Die Aug-Erdnuss."

Leider scheint die Domain thingsmyhusbandsays.com schon vergeben zu sein. Schade.
6.2.07 14:09


YouTube Down Under

Ja, okay, vielleicht sollte ich mich mal an den Dings der Woche-Relaunch machen, bevor ich die Myblog-Abonnenten in Mails ertränke.

Bald. Erst mal ein Trip ins Nostalgielalaland. Sprich: Nach Australien. Dreieinhalb Jahre hinterlassen Spuren.

Fangen wir mit der Prollparade an: Cold Chisel. Leider eine neue Version von "Khe Sanh", aber immerhin "Khe Sanh".



Noch mehr Proll, vor allem frisurtechnisch. Vokuhila? Was denn. Aber nicht doch. Das Video ist grauenhaft, aber der Song, wie so viele von Icehouse, ist toll.



Zwar nicht zwingend prollig, aber naja... äh. "I Touch Myself", The Divinyls. Der Titel ist ein bisschen Programm.



Und jetzt ab in die Ecke "Versteht garantiert keiner ausser mir, warum das toll ist": Happyland. "Don't you know who I am?". Die Biene war damals auch bei Regurgitator, und Regurgitator waren auch toll.



Ben Lee, jung, knuffig, lustiger Text. "Cigarettes will kill you".



Paul McDermott <3 Jaja, okay, die Doug Anthony Allstars, und der Song stammt von den Hunters & Collectors, aber: Paul McDermott <3 (Paul ist der in der Mitte, ihr Unwissenden)



Ach, es gibt noch unzählige Künstler, die hier fehlen, weil ich bei YouTube gerade nichts Passendes von ihnen gefunden habe. Def FX. The Cruel Sea. The Superjesus. Und x andere.

Und ich hätte jetzt gerne ein Hahn Ice, nen Strongbow oder eine Flasche Two Dogs, dazu ne Packung Benson & Hedges, Rage oder Good News Week im Fernsehen, Tim Tams und Salt & Vinegar Chips. Burger with the lot, no beetroot though. Cheers Mate.

Ach ja. Und Paul McDermott würde ich dann auch gleich nehmen, wenn wir schon dabei sind. <3
6.2.07 16:03


Die Schweiz hat's in sich

Mein Schwiegervater ist ja bekanntlich Spezialist für das Auffinden von seltsamen Sachen. Nun hat er mir ein Buch ausgeliehen, aus dem ich (nachdem ich das Ding bereits per Mail verschickt habe, das hier ist also quasi ein Crossmediablog, woohoo) ein paar Schmankerl präsentieren will.

Es heisst "Die Eidgenoszschaft ist unstreitig das oberste und am meisten erhöhete Land in ganz Europa". Dabei handelt es sich um einen Schinken von 1765, mir allerdings vorliegend in der 1972er Version des Benteli Verlags. Es geht in dem Werk darum, die verschiedenen Gegenden der Schweiz zu charakterisieren. Wir beginnen mit:

Aare: Der Strom stürzt sich von dem Ober-Aar-Gletscher durch einen grässlichen Fall hinter einem sehr hohen Felsen aus entsetzlichen Schründen hervor. Gehet man von dem Spittal bis dahin, ihrem Lauffe nach; so muss man sich an eisernen Haken, die zu diesem Ende in eine steile Fels-Wand fest gemacht sind, halten, um nicht in grässliche Schründe hinunter zu stürzen. Dieser förchterliche Weg dauert eine ganze Stunde lang durch eine grausenvolle Wildnis.

(Jaja, ds Bärner Oberland isch schön, aber auch grässlich, entsetzlich und förchterlich grausenvoll. Ich stelle mir das ja immer von so einer Ogi-Stimme vorgelesen vor.)

Emmental: Der Zustand der Einwohner des Emmenthals ist so glüklich, dass man nicht wenig Bauern zählt, deren Vermögen sich von 20 bis 60 000 Bärnerpfund erstrekt.

(Man sollte das vielleicht mal den SCL Tigers verraten, so von wegen Sponsorensuche.)

Entlebuch: Die Manns-Personen verdienen in Ansehung ihres wol gestalten Cörpers, Grösse und Stärke, vor den übrigen Berg-Einwohnern der Eidgenossschaft den Vorzug. Die Weibs-Personen haben keine grosse Leibes-Länge; sie sind kurz und untersezt; in der Feinheit der Bildung und Weisse der Haut übertreffen sie fast alles Land-Volk.

(Ich wusste es doch: Ich bin adoptiert und eigentlich eine Entlebucher Weibs-Person. Guäääh!)

Unterwalden: Die Einwohner dieses Cantons, so wol männlichen als weiblichen Geschlechts, sind ansehnlich, gross, stark und von dauerhafter Gesundheit. Eine Folge der unserer Natur so angemessenen Milch-Speisen!

(Wohnt nicht DJ Bobo in Nidwalden? Ist das hier die erste historisch belegte Emmi-Werbung?)

Zugersee: Der See ist an verschiedenen Arten überaus schmakhafter Fische gar reich. [...] Allein die Karpfen haben durch ihr Wühlen an den Ufern des Sees den nächst ligenden Örtern schon viel Gefahr und Schaden zugefügt.

(Böse Karpfen, wollt ihr wohl die Örter in Ruhe lassen!)

Appenzeller: Eine natürlich Einfalt, mit starker Vernunft und lebhaftem Wize gepaaret, Offenherzigkeit, auch Redlichkeit (wenigstens unter sich selbst) unterscheidet sie von anderen Eidgenossen. Geistreiche und witzige Einfälle sind das Eigenthum auch dessen, so den äusserlichen Anschein von Dummheit trägt.
Man trägt sich auch ausser dem Canton mit einer Menge witziger Geschichten von diesem Volk, welche alle ihm Hochachtung und Ehre erweken.
Der Character der Appenzeller ist in vielem original. Überhaupt ist das männliche Geschlecht ansehnlich, wohl gewachsen, stark. Ihr von Natur harter Boden legt ihnen strenge Arbeit auf; er schaft ihnen aber auch gesunde, starke Glieder. Der Appenzeller ist zu gar allem brauchbar.

(Zwei Worte: Hans-Rudolf Merz. Es isch nümm wie früecher, o nid im Appizäll.)

Sils: Zu Sils im Engadin ist eine Fabrik von Baumwollenen Schnupftüchern.

(Schön, dass wir darüber gesprochen haben.)

Thusis: Bey Thusis und in Avers sind die Schneelauen sehr fürchterlich; daher hängen daselbst die Gloken bloss ein paar Schuh hoch ob der Erde, damit ihr Schall sich nicht zuweit erstreke.

(Und der Probealarm heute Nachmittag wird da auch nur ganz ganz leise durchgeführt.)

Festung Munot: Ihre Erbauung fällt aber auch in solche Zeiten, da der Wiedertäufer- und Secten-Geist die Gemüther des Eidgenössischen Land-Volks öfters anfachte. Es war dazumal ein staatskluger Gedanken der Obrigkeit, die Untergebenen zu beschäftigen.

(Hm. Vielleicht sollte man im Emmental auch mal eine Festung bauen.)

Zürich (Kanton): Der Canton Zürich ist ein Inbegriff der ganzen Eidgenossschaft. Er enthält Berge, Thäler, flache Gegenden, Getreid-Land, Wein-Berge, Seen, Flüsse, süsse und mineralische Wasse; ja fast alles, wenn ich die Metalle ausnehme, was zu dem menschlichen Leben notwendig und kommlich ist.

(Da haben wir den historischen Beweis: Downtown Switzerland!)

Genf (Kanton): Ihr Moral-Character ist meistens eine Composition von den einander ziemlich entgegen gesezten Charactern der 3 Nationen die ihre Nachbarn sind.

(Anders gesagt: Alles Schweine. Aber weltoffen.)

Leukerbad: Es sind verschiedene Quellen, aus welchen das Bad-Wasser fliesset; sie sind so heiss, dass man Feder-Vieh darin ganz abbrühen, und Eyer gar machen kann.

(Wellness!)

Neuenburg (Kanton): Nur in einem Dorfe leben bisweilen 2 bis 300 Uhrenmacher. Sie sind im Stand, ganz Europa mit kunstreichen Sak- Stok- und Pendeluhren zu versorgen; ihre Arbeiten gehen durch alle Theile des Erdbodens.

(Ich will auch eine Stokuhr, die durch alle Theile des Erdbodens geht.)

Wallis: Die Thäler in dem Walliser-Lande sind bisweilen so schmal, dass die Berge überall zusammenstossen, und nur soviel Plaz übrig ist, als der Rhodan zum durchfliessen, und der enge Weg, um den Pass zu unterhalten, nöthig hat.

(Verkehrsinformation der Viasuisse: Stau im Wallis nach Bergzusammenstoss. Könnte bitte jemand den Pass unterhalten gehen, ihm ist langweilig.)


Und da sage noch jemand, in der Schweiz sei nichts los. Also bitte: Förchterliche Wildnis, örtergefährdende Karpfen, hühnerkochende Quellen und Frontalkollisionen der Berge. Die Schweiz wird als beschauliches Idyll offenbar total falsch vermarktet. Dabei könnte man doch gerade im Hinblick auf die EM 08 eine viel erfolgsversprechendere Werbestrategie anpeilen:

"Die Schweiz - wenn du Fussball nicht bedrohlich genug findest, probier mal unsere Natur aus."
7.2.07 13:16


Der kleine Unterschied

Ich zitiere die Etikette der Flasche, die gerade vor mir steht:

"Coca Cola Light: Belebend leichter Geschmack
Coca Cola Zero: Echter, voller Geschmack"

Falls es irgendjemand noch nicht weiss: Cola Light wird für Frauen vermarktet, Cola Zero hingegen ist die neue Brause für Männer.

Was folgern wir aus der obigen Definition? Frauen haben belebend und leicht zu sein, Männer hingegen dürfen echt voll sein.

Frauen, seid amüsant und bewahrt euch eure Figur. Euren Männern hingegen ist es ad nauseam gestattet, sich selbst zu sein.

Nichts gegen Retro, aber die Werte der 50er Jahre müssen es doch wirklich nicht sein.

"Warum können Liebesfilme keine realistischen Erwartungen in Frauen wecken?", brüllt der Typ im Cola Zero-Werbespot. Nun ja.

Weil. Sie. Das. Nicht. Sollen.

Oder wecken Sportfilme etwa realistische Erwartungen in Männern? Wohl kaum, ansonsten hätte mein damaliger Freund während der Fussball-WM 1994 bestimmt nicht die Wiederholung des Achtelfinales Schweiz-Spanien gucken wollen, mit der Begründung: "Vielleicht gewinnen sie diesmal!"

Die Realität sieht anders aus als im Film. Das gilt übrigens auch für die Werbung. Wenn wir alle das kriegen würden, was wir gerne hätten (oder zumindest ich!), wäre der Heini aus dem Cola Zero-Spot schon lange nicht ins Meer gefallen, sondern gegen eine Wand geknallt.

Und noch was: Die Plörre schmeckt identisch, egal was drauf steht.
12.2.07 13:06


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