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No-No-No-Notorious

Vorsicht, es folgt Blasphemie...

...wirklich jetzt: Gläubige Katholiken bitte nicht weiterlesen.

Also echt jetzt.

Wer jetzt weiterliest und sich danach in seinen religiösen Gefühlen gekränkt fühlt, ist selber schuld.

Vor Geschmacklosigkeit wurde hiermit gewarnt.

Okay, noch ein letztes Mal: Was nun folgt, ist pietätlos, fies und gemein.












Echt.






Okay, here goes nothing:







ICH HABE GEWARNT!!! (Und übrigens hat die Titanic schon ganz was Ähnliches gebracht. Also bitte.)
13.9.06 23:50


Die Preise sehen alle aus, als ob sie Emmy hiessen...

Jaja, mal wieder alles dumm gelaufen. Ich finde Monk doof, kenne The Office nur als Stromberg (und kann diese Sendung nicht gucken, weil ich immer dermassen mitleide, wenn mal wieder jemandem etwas Peinliches passiert), was Huff ist, weiss ich überhaupt nicht, Will & Grace habe ich nur sporadisch geguckt und unter My Name is Earl kann ich mir derzeit noch gar nichts vorstellen.

Folglich: Okay, meinetwegen haben die alle verdientermassen gewonnen.

Ich hätte es trotzdem lieber gesehen, wenn Grey's Anatomy und House abgesahnt hätten. Wegen McDreamy und McAsshole. Wer die Sendungen kennt, weiss wer gemeint ist.

Naja. Immerhin gibt es ja einen Teil dieser Award-Shows, die man als Frau auch dann beurteilen kann, wenn man keine Ahnung hat, worum es bei den Awards geht. (Und wenn man irgendwann um vier Uhr früh eingeschlafen ist und somit das Wichtigste verpasst hat.)

Genau. Die Kleider.

Deswegen hier mein Kommentar zu den diversen Outfits des Abends. Ja, ich bin gemein. Aber hey, ist das bei solchen Bewertungen nicht Pflicht?



Ellen Pompeo: Das Kleid finde ich eigentlich recht hübsch, aber die Farbe passt nicht so richtig zu ihr. Ausserdem sollte man dafür etwas kurviger sein. (Muahahah, yeah, that's gonna happen...)



Debra Messing: Nach der Frisur zu urteilen, könnte sie auch Debra Messy sein. Wirkt ziemlich unordentlich. Und das Kleid sieht aus wie einer dieser riesigen Hotelkronleuchter. Aber will man aussehen wie ein riesiger Hotelkronleuchter?



Vanessa Minnillo: Darf man im Kleid mit Cocktail-Länge an einen solchen Anlass? Und falls man das darf: Muss es ein Kleid sein, das aussieht, als hätte man es beim Pauschalurlaub in der Türkei anlässlich des All Inclusive-Club-Bauchtanzabend-Wettbewerbes gewonnen?



Evangeline Lilly: Schönes Kleid, aber wie bei Ellen Pompeo: Diese dunkle Farbe ist schwierig, wenn man so dünn ist. Sie wirkt, als ob sie sich gerne mal eben kurz umdrehen möchte, um das Oberteil nochmal festzutackern. Ausserdem hat sie das Pech, so im Licht zu stehen, dass ihre Haare etwas frisselig wirken. Was ich natürlich toll finde, denn meine Haare sind immer frisselig - und es ist doch sehr beruhigend, wenn Hollywood-Stars die gleichen Beautyprobleme haben wie Klein-Natollie.



Katherine Heigl: Uaaah, nein, sie ist BEIGE. Ich finde das Kleid an sich schon nicht schön, aber dieser Nude-von-Oben-bis-Unten-Look sieht bei Blondinen einfach selten gut aus. Ausserdem könnte man meinen, dass sie einen Bauch hat. As if! Und dann das Augen-Make-Up. Wenn schon Nude, dann ganz Nude. Und ohne Brillanten auf dem Kleid. Wobei das Kleid dann vermutlich wie ein Ganzkörper-Stützstrumpf aussähe. Auch kein guter Look.



Sandra Oh: "Oh" trifft es schon ganz gut. Das Kleid wäre eigentlich toll, wenn man die Rüschen weggelassen hätte. Die Frisur wäre eigentlich toll, wenn sie nicht so ein langes Gesicht hätte. Die Tasche und die Schuhe wären eigentlich toll, wenn man ein anderes Outfit dazu trüge. Und der Schmuck wäre eigentlich toll, wenn man hauptberuflich dem Gangsta-Rappen nachginge. Kurz: Close, but no cigar.



Tyra Banks: Tyra, Darling: Als Scarlett O'Hara damals aus Vorhängen ein Kleid genäht hat, geschah das aus einer Notlage heraus. Was ist deine Entschuldigung?



Kyra Sedgwick: Das Kleid wäre sehr schön und würde auch sehr gut zu ihr und ihrer Frisur passen. Wenn sie sich da nur nicht diese riesige Vagina aus dem gleichen Stöffchen aufs Bein hätte nähen lassen. The Vagina Monolegs?



Paula Abdul: Schätzchen, warst du im gleichen "Wir nähen uns aus Gardinen ein Kleid"-Kurs wie Tyra? Aber dann nimmt man doch wenigstens die Schlafzimmer- und nicht die Küchengardinen...



Mariska Hargitay: Wer war schon mal am Mittelmeer und weiss, wie diese Muschelbänke mit den Miesmuscheln dran aussehen? Eben.



Julia Louis-Dreyfuss hätte bezaubernd ausgesehen, wenn sie das Pistolenhalfter zuhause gelassen hätte.



Cheryl Hines: Eine Lehre, die wir aus dem gestrigen Abend ziehen sollten, ist sicher: Dünne Blondinen sollten kein dunkles Lila tragen. Und das auf ihrem Rücken ist wohl die neue Variante der LaStone-Massage: Die LaRhinestoneMassage...



Portia DeRossi: Die Schuhe sind toll. Die Tasche ist toll. Der Nagellack ist toll. Das Make-Up ist toll. Die Frisur ist toll. Aber Paddy Kelly hätte gerne sein Nachthemd zurück.



Calista Flockhart: Verdammt, war der Gardinenkleider-Nähkurs dieses Jahr ein Renner. Aber hey, das Kleid simuliert Kurven, wo keine sind. Insofern war sie im Kurs sicher Klassenbeste...



Morgan Fairchild: Das Kleid ist sehr schön. Die Tasche ist pottenhässlich. Warum sie diese Handschuhe trägt, kann ich nur vermuten: Vermutlich hat der Schönheitschirurg nicht ganze Arbeit geleistet und die Hände nicht geliftet.



(Kurzer Hinweis am Rande: Es gibt wenige Promis, die ich unerträglicher finde als Heidi Klum)

Heidi Klum: Oh, ich bin ja SO eine schöne Schwangere. Ich muss den Gardinenkleider-Nähkurs gar nicht besuchen, ich wickle mich einfach in eine Satinbettdecke ein und erkläre das für sexy. Bitte wie, rot steht mir nicht? Ha wohl, schliesslich esse ich bei McDonald's meine Fritten immer mit Ketchup. Und dazu ein Maxi-Big Mäc-Menü. Was heisst eins, zwei natürlich. Okay, ich gebe es ja zu: Ich bin nicht schwanger. Aber mit dem Bauch guckt wenigstens keiner auf mein hässliches Knie.



(Zweiter kurzer Hinweis am Rande: Okay, Eva Longoria finde ich vielleicht doch noch etwas unerträglicher als Heidi Klum)

Eva Longoria: Was denn, gab es das Kleid nicht in der passenden Grösse? Vielleicht das nächste Mal einen Abstecher in die Kinderabteilung machen? Schliesslich gibt es auch noch Kinderprodukte, für die man Werbung machen könnte - den restlichen Werbemarkt hat die Dame ja schon abgegrast...

Was denn?! Als ob Richard Blackwell netter wäre. Dem hören bloss mehr Leute zu als mir.
28.8.06 15:57


Doctor Doctor

Wer jetzt einen Eintrag über die deutsche Band Die Ärzte oder eines ihrer Mitglieder erwartet, den muss ich enttäuschen. Es geht tatsächlich um Weisskittel in Ausübung ihrer Tätigkeit. Na ja, mehr oder weniger.

Wer mir allerdings sagen kann, wie der Sänger der 80er-Band heisst, die den titelgebenden Song aufgenommen hat, kriegt einen Gummipunkt und einen Blogeintrag nach Wahl.

(Ja, ich lechze nach Interaktivität. Web 2.0, Beta und so.)

Ich war gestern im Fernsehen. Nein, Sie haben es vermutlich nicht gesehen. Macht aber auch nichts. Ich sass nur dumm im Publikum. Na ja, eigentlich nicht im Publikum, aber dazu später mehr.

Erst mal muss ich erklären, wie ich zu der Ehre kam: Meine Schwester wurde kurzfristig als Gast zu einer Sendung eingeladen, weil sie unter Eisenmangel litt/leidet. Nennen wir die Sendung, äh... (ich muss mir Pseudonyme überlegen, ich will ja nicht wegen Lästern verklagt werden) "Krankheit-Wartezimmer". Zu sehen ist sie nicht auf SF1. Meine Schwester durfte zwei Angehörige/Bekannte mitbringen, und ich war die Angehörige, der Freund meiner Schwester war - gilt man als Lebenspartner als Angehöriger? Schon, oder? So modern ist vermutlich sogar das Schweizer Fernsehen. Ich kenn diese Probleme nur aus Krankenhausserien im TV, wo die Leute immer gefragt werden, ob sie ein Angehöriger sind, es dann nie sind, und trotzdem immer irgendwie erfahren, wie es dem Kranken auf der Intensivstation geht.

Aber ich schweife ab. Hier nun meine allgemeinen Erkenntnisse zum Erlebnis Fernsehstudio:

Die Lounge beim SF (Schweizer Fernsehen, dies als Hinweis für die deutsche Leserschaft) ist sehr rot-schwarz eingerichtet und erinnert vom Stil her ein bisschen an das Set Design irgendwelcher futuristischer SciFi-Filme, in denen die Leute alle die gleiche Uniform oder total stilvolles-Understatement-mässige einfarbige Kleidung tragen.

Im Studio selbst hängen ungefähr 32483 Scheinwerfer. Die Kulissen sehen aus der Nähe irgendwie überhaupt nicht so edel aus wie im Fernsehen, und was man später im TV an Kameraausschnitten präsentiert kriegt, zeigt bei weitem nicht alles, was innerhalb des Raums vor sicht geht. Ist übrigens auch besser so.

Bei der Sendung - wie habe ich sie schon wieder genannt? Ach ja, "Krankheit-Wartezimmer" - geht es um, wer hätte es gedacht, die Gesundheit des Menschen. Thema des gestrigen Abends waren intime Frauenprobleme. Nein, NICHT die Fragen "Was ziehe ich heute an?", "Woran denkst du?" oder "Findest du, dass ich zu dick bin?" wurden analysiert, obwohl es sich dabei um die häufigsten Frauenprobleme überhaupt handelt. Es ging um Dinge, die im Bauch der Frau abgehen, nicht im Kopf. Also z.B. Gebärmuttermyome, Gebärmuttersenkung, Gebärmutterentfernung, Blasenschwäche und eben auch Eisenmangel. Also alles wirklich - und das meine ich jetzt ausnahmsweise mal ernst - wichtige Themen. Ich hab da so einiges gelernt. Aber was ich über meine Gesundheit gelernt habe, war nicht halb so amüsant wie die Erkenntnisse zum Thema TV-Produktionen, weswegen ich den eigentlichen Inhalt der Sendung jetzt nicht weiter ausführen werde. Na ja, mit einigen Ausnahmen, damit ich fiese Bemerkungen machen kann.

Die Sendung "Krankheit-Wartezimmer" ist eine Live-Sendung. Das heisst, man muss die ganze Sache proben, weil Rausschneiden und Wiederholen ist nicht. Und wir Glücklichen durften bei der Generalprobe dabei sein. Die dauerte meiner Einschätzung nach an die zwei Stunden. Die eigentliche Live-Sendung dauert ca. 55 Minuten. Daraus folgern wir, dass in der Probe die Sendung nicht 1:1 durchgespielt wurde. Ging auch nicht, denn es ergaben sich einige Schwierigkeiten:

1. Musste man mal ausarbeiten, wohin das Modell des weiblichen Beckens gestellt werden musste, damit man auch gut zeigen konnte, wo sich was in der Frau befindet

2. Wurden die vorbereiteten medizinischen Bilder für die Hintergrundbildschirme nie in der richtigen Reihenfolge gezeigt, worüber sich der Moderator (zu ihm später mehr - einiges mehr!) wiederholt empören konnte. Die Ausrede der Redaktion war irgendetwas von "Der Grafiker arbeitet auf dem Mac und wir auf dem PC", was mir nicht einleuchtete, aber ich verstehe davon ja auch nichts.

3. Musste immer auch gleich festgelegt werden, wo der Moderator durchlaufen würde, wann es Applaus geben würde, was in welcher Reihenfolge erzählt würde und was der Moderator wen fragen würde.

4. Suchte man verzweifelt nach einem Tisch, auf dem der Pelvitrainer gut präsentiert werden konnte. Am Schluss fand man dann irgendetwas und legte ein grünes Tuch (das wirkt dann so schön chirurgisch) darüber. Ein Pelvitrainer ist übrigens etwas, das unten wie ein Koffer und oben wie ein Torso aussieht, in dessen Bauchgegend sich schwarzer Gummi befindet, durch den man eine Kamera und einen Greifarm stecken kann und... ach, man muss dabei gewesen sein.

Kurz: Hektik war angesagt. Aber vermutlich muss man beim Bewerbungsgespräch beim Fernsehen immer noch eine Kostprobe zeigen, wie gut man hektisch sein kann. Die konnten das zumindest alle bravourös.

Apropos bravourös: Kommen wir jetzt zum Moderator. Nennen wir ihn, hm... Dr. Simon Stuss. Das passt. Der Herr entspricht dem Typ Moderator, den ich in meiner Radiozeit gelernt habe zu hassen: "Hallo, ich bin's, das Flaggschiff, ich hab gerade noch keine Ahnung, worum es geht, aber das klären wir dann noch ab, übrigens habt ihr alle noch weniger Ahnung als ich, aber hey, dann wirke ich gleich noch besser, finde ich super. Ach ja, und hier reisst keiner Witze ausser mir, kapiert?"

Am tollsten war der Moment, als er feststellte, dass man zwar für Gebärmutterleiden und Blasenschwäche jeweils einen Experten im Studio hatte, dass aber keiner der anwesenden Ärzte besonders viel Ahnung von Eisenmangel hatte. Kurzerhand beschloss Herr Dr. Stuss, dass halt einer der Ärzte sich noch schnell vor der Sendung weiterzubilden hätte, notfalls anhand des Artikels in der Zeitschrift zur Sendung. Den Einwand meiner Schwester, dass sie mittlerweile durchaus auch etwas fachlich Kompetentes zur der Eisenmangelproblematik sagen könnte, da sie sich intensiv damit befasst hat (siehe hier), ignorierte Herr Dr. Stuss grundsätzlich, denn wenn eine Regel ja wohl immer gilt, dann gefälligst diese: Der Patient hat keine Ahnung. Informieren darf nur der Experte, also der Arzt. Was für die Glaubwürdigkeit der Sendung meinetwegen passend sein mag, aber wenn ich etwas nicht ertrage, dann sind es Ärzte, die Patienten per definitionem entmündigen. Grrr.

Schönstes Zitat der Generalprobe: Man bringt den ungefähr dritten Tisch für den Pelvitrainer, denn es lässt sich irgendwie keine Ablage finden, die passt. Herrn Dr. Stussens Kommentar: "Der ist doch viel zu klein, das fällt ja runter, da kann man ja nicht mal ein Baby darauf wickeln, ich muss das wissen, ich habe sechs Kinder!"

Nun ja.

Nach dem Abendessen haben der Freund meiner Schwester und ich wohl den richtigen Moment verpasst, um ins Studio zu gehen, als wir reinkamen, war auf jeden Fall schon alles voll, und man hat uns hinter das - wie es Herr Dr. Stuss so liebevoll bezeichnete - "Frauenkaffeekränzchen" der eingeladenen Patientinnen gesetzt. Womit wir uns schon darauf freuen konnten, sicher irgendwann mal im Bilde zu sein. Und ja, natürlich tue ich jetzt so, als ob ich das gar nicht gewollt hätte, obwohl ich es natürlich wollte. So gehört sich das nun mal.

Falls irgendjemand die Sendung geguckt haben sollte: Wir sassen hinter der Blasenschwäche.

Ich muss Herrn Dr. Stuss übrigens für eine Tatsache ein Kränzchen winden (wenn auch ein sehr hässliches Kränzchen, erstens kann ich bekanntlich nur äusserst schlecht basteln und zweitens hat er aufgrund seiner anderen Schwächen kein besseres verdient): In der Live-Sendung wirkte er dann plötzlich total souverän, kompetent und top informiert und vorbereitet. Wobei es mir immer noch grandios auf den Keks ging, dass er die Frauen, die sich ihren gesundheitlichen Problemen gestellt und diese gemeistert hatten, wie arme Opfer behandelte und sich wahnsinnig salbungs- und verständnisvoll gab. Ach ja, und als Experte für Eisenmangel stellte sich dann der Blasenexperte zur Verfügung, der irgendetwas halbwegs Sinniges brabbelte.

Meine Schwester schlug sich selbstverständlich bravourös und wirkte überhaupt nicht nervös oder unsicher, sondern ganz einfach wie der perfekte Gast, der sie war - für den grauenhaften Gastgeber konnte sie ja nix. Sie hätte sich natürlich gar keine Sorgen machen müssen, dass das nicht klappt, aber es liegt in der Natur unserer Familie, sich bereits im vorneherein riesige Sorgen zu machen, dass etwas nicht klappt, und sich dann im Nachhinein, wenn alles geklappt hat, einzureden, dass es nur geklappt hat, weil man sich vorher Sorgen gemacht hat.

Ach ja: Die Beckenbodentrainingshow war auch sehr nett, vor allem der Satz der Trainerin "Und jetzt schieben wir uns den Ball da hin, wo es schön ist", worauf die Turnerinnen sich brav den Ball unter den Arsch schoben. Und der Herr Dr. Volker Viereck war toll. Ansonsten muss ich leider trotz dieser Erfahrung sagen, dass ich mir Fernseharzttechnisch immer noch lieber Dr. Ross und McDreamy angucke. Und behandelt werden möchte ich definitiv von keinem Fernsehdoktor. Dann noch lieber von Die Ärzte, womit ich den Kreis und diesen Eintrag elegant schliesse. Er war, um es mit einem Ausdruck aus dem Gebiet Intime Frauenleiden zu sagen, eine Zangengeburt.
22.5.06 18:00


Look who's stalking

Eigentlich sollte es ja ein netter kleiner Ausflug mit Mann und bester Freundin und ihrem Patenkind werden.

Aber irgendwann fühlte ich mich verfolgt.

Ja, Herrgottsakra, kann man denn nicht mal einen friedlichen Tag im Europapark verbringen, ohne dass man dabei gestört wird?

Offenbar nicht.

Wir waren gerade unterwegs zu irgendeiner Bahn, die vermutlich zu schnell und zu heftig für mich war - ich weiss gerade nicht mehr zu welcher, aber 85 % der Bahnen im Europapark sind zu schnell und zu heftig für mich - , als wir beinahe von zwei Golfwägelchen über den Haufen gefahren wurden. Falls jemand nicht weiss, was ich mit Golfwägelchen meine: Es ist weiss. Es ist nach allen Seiten offen. Es wird gemeinhin auf Golfplätzen eingesetzt. Es hat vermutlich eine Höchstgeschwindigkeit von 10 Stundenkilometern. Weswegen wir auch ganz langsam und qualvoll über den Haufen gefahren worden wären, wenn wir nicht langsam und elegant ausgewichen wären.

Und wir wären nicht wir, wenn wir nicht dumm in die Golfwägelchen geguckt hätten. Danach guckte meine beste Freundin zu hinten nach mir, und ich sagte nur: "Ja."

Der Grund für den Golfwägelcheneinsatz war nämlich folgender: Die waren nicht zur Volksbelustigung unterwegs. Die waren total wichtig. Da drin sassen nämlich Promis. Gut verkleidet mit Sonnenbrillen, deren Grösse allein sie schon zu Promis machte.

Kurze Frage: Haben Optiker eigentlich eine Spezialabteilung irgendwo hinter einem Vorhang, wo Promis ihre extragrossen Sonnenbrillen kaufen? So wie die Pornoabteilung in der Videothek? Und sind die Sonnenbrillen dann sortiert nach Bekanntheitsgrad? So à la "Regionale Berühmtheit", "National bekannt" und "Robbie Williams"?

Wie dem auch sei, im Golfwägelchen sassen Bono und Angelina Jolie. Hätte man aufgrund der Sonnenbrillengrösse zumindest denken können. In Wirklichkeit handelte es sich dabei um Sarah Connor und Marc Terenzi. Sie hatte ausserdem ihren Sprössling, den kleinsten gemeinsamen Tyler, auf dem Schoss. Wie der aussieht und wie schwanger sie ist, weiss ich nicht genau, sie hatte ihre Nase dabei, und die lenkt ungemein ab.

Hurra. So wenige Besucher im Europapark und ausgerechnet die sind dabei. Sie sahen übrigens überhaupt nicht in love aus, sondern guckten eher nach dem Motto "Wir sind total inkognito hier, bitte beachtet uns nicht und ignoriert die Tatsache, dass wir im Gegensatz zu allen anderen nicht zu Fuss unterwegs sind und einen Stapel Sicherheitskräfte dabei haben, damit auch ja jeder merkt, wie wichtig wir sind. Ach ja, und Spass haben wir auch keinen. Wir sind Promis, das ist ein hartes Leben."

Wir hingegen hatten Spass, wir sind ja auch keine Promis. Und die Gladiatorenshow in der Arena im Themenbereich Spanien war erst recht spassig, zwar unfreiwillig, aber trotzdem. Noch spassiger wäre sie gewesen, wenn mein Mann nicht kurz vor Beginn der Show bemerkt hätte, wer da in der gleichen Reihe wie wir sass.

Genau. Und immer noch mit gelangweilter Miene und viel Security, die angesichts der arabisch aussehenden Parkbesucher, welche zwei Reihen hinter Sarah & Marc (still not in love) sassen, leicht nervös wurde. Na ja, immerhin deponierte der Conferencier der Show zwei total subtile Hinweise darauf, welch illustre Gäste im Publikum sassen, so dass die beiden sich hoffentlich genug gewürdigt fühlten. Natürlich verliessen sie die Arena nicht mit uns Normalsterblichen, sondern blieben gelangweilt auf ihren Plätzen (immerhin waren die inmitten des Pöbels, ein bisschen Volksnähe muss ja sein) sitzen, bis wir uns alle rausbegeben hatten.

Ich war glücklicherweise auf dem Klo, als sie dann - wieder mit Golfwägelchen und Security, man hat ja so seine Ansprüche - an meinem Mann vorbeigondelten, Grabesmienen inklusive.

Manche Leute mögen den Gedanken toll finden, im gleichen Erlebnispark wie Sarah Connor zu sein. Ich nicht. Ich fühlte mich langsam aber sicher verunsichert, denn man konnte ja nicht wissen, wo die noch auftauchen würden. Sarah & Marc in Geisterbahn? Sarah & Marc in Elfenland? Sarah & Marc in Fjord Rafting? Iek, bitte nein - mit Ihresgleichen teilt meine Wenigkeit den Wildwasserkanal nicht, Frau Connor!

Ich bitte Sie, man kann doch einen Ausflug nicht geniessen, wenn man dauernd damit rechnen muss, dass irgendwo ein Ex-Boygroup-Mitglied oder ein Ex-Katalog-Model auftaucht. Das verdirbt einem doch den Spass. Vermutlich haben die deswegen auch so grämlich geguckt, denn mit einem Ex-Boygroup-Mitglied oder einem Ex-Katalog-Model zusammenzuleben ist sicher einiges schlimmer als so jemandem nur mal irgendwo zu begegnen.

Zum Glück blieb uns ein weiteres Zusammentreffen bis kurz vor Verlassen des Parks erspart, als sie uns wieder entgegenkamen - Golfwägelchen und Security brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Hoffentlich hat Sarah mein "Also, langsam nervt's!" gehört.

Dann ist sie nämlich vorgewarnt, dass ich Massnahmen gegen sie ergreifen werde, sobald das neue Anti-Stalking-Gesetz durch ist. Ob Radio-Airplay auch als Belästigung gilt?
20.5.06 11:36


Return of the George

Ich bin ja mittlerweile alt genug, um dazu zu stehen, dass ich wohl mein Leben lang unreif genug bleiben werde, um irgendwelche berühmten Männer toll zu finden. Manche Charaktereigenschaften wird man einfach nicht los, und ich habe ja das unschätzbar grosse Glück, mit einem Mann verheiratet zu sein, der diese lästige Angewohnheit geduldig erträgt. Was ich wiederum wirklich zu schätzen weiss.

Aber es gibt eben auch berühmte Männer, die ich überraschenderweise nicht toll finde, auch wenn es quasi Pflicht wäre, sie sexy zu finden.

Bestes Beispiel: Brad Pitt. Jaja, schöner Mann. Toller Schauspieler, bestimmt. Heldenhaft engagiert zur Rettung der Welt und nebenbei passionierter Inneneinrichter. Supi. Und trotzdem: Blah. Kein Interesse. Strömt für mich keinen Funken Erotik aus. Ausserdem, wer will schon etwas, an dem Angelina Jolie mal rumgefummelt hat? Da hätte man doch als ihre Nachfolgerin immer den Hintergedanken: "Hoffentlich vergleicht er mich nicht mit seiner Ex... Moment, mit Jennifer Aniston war er ja auch mal zusammen... und mit Gwyneth Paltrow...Gaaaaah, ich bin SO minderwertig!" Nein, Brad Pitt wäre nicht gut für die Psyche.

Oder auch Tom Cruise. Ich fand ihn höchstens in Top Gun ansatzweise attraktiv, aber mal ehrlich: Wenn man heutzutage zwischen Tom und einem Leben im Nonnenkloster wählen müsste, will man sich doch gleich als Pinguin verkleiden und "Climb every mountain" anstimmen, oder? Über das Thema "nicht gut für die Psyche" äussere ich mich hier schon gar nicht weiter.

Und bis Montagnacht habe ich auch extrem erfolgreich behauptet, dass George Clooney nicht mein Typ ist. Okay, damals in E.R. als Dr. Ross, wo er den untreuen Springinsfeld mimte, den man als Frau ja SEHR gerne geändert hätte (Frauen stehen nur auf Bad Boys, weil wir hoffen, dass wir diejenigen sind, die sie retten und in einen Nice Guy ummodeln könnten, das sei mal eben am Rande erwähnt), fand ich ihn ziemlich nett. Aber das war es auch schon.

Und dann kamen die Oscars. Und George trat im Tuxedo an. Erster 'Hoppla!'-Moment. (Ein weiterer kleiner Exkurs: Ja, 'Männer im Anzug' ist eine beliebte Kategorie. Ein gutgeschnittener Anzug ist gleichbedeutend mit 'Ich kann mir teure Klamotten leisten und ich gehe auch an Anlässe, wo man teure Klamotten tragen sollte', was das weibliche Gehirn wiederum in 'Macht und Geld' übersetzt - bekanntlich zwei der effektivsten Aphrodisiaka. Die Kategorie 'Männer in Uniform' ist übrigens so beliebt, weil eine Uniform 'Er würde mich aus einem brennenden Haus retten und sieht aus wie der perfekte Macho' suggeriert, was unergründlicherweise auch irgendwie erotisch ist, obwohl, mal ganz ehrlich: Die Situation mit dem brennenden Haus kommt selten vor, und ein perfekter Macho ist nicht wirklich alltagsgebräuchlich. Aber Frauen mögen halt irgendwie den Gedanken, dass ihr Typ sie bei Bedarf rumkommandieren könnte. Die Sache scheitert daran, dass der Mann oft nach seinem Bedarf und nicht nach demjenigen der Frau kommandiert. But I digress.)

Okay. George Clooney kann Tux und graue Haare und schelmisches Grinsen sehr gut. Das verdiente schon mal eine hochgezogene Augenbraue meinerseits.

Und es ist ja nicht so, dass ich nicht weiss, dass der Herr witzig und intelligent ist und politisch die richtige Ausrichtung hat. Aber wenn man die Haltung einnimmt, dass "alle auf George Clooney stehen, und es deswegen total langweilig ist, auf George Clooney zu stehen", kann man diese Fakten gut verdrängen.

Aber wie er den Oscar annahm, den er für seine Rolle in Syriana gewann - das hatte dermassen Stil. Und ich steh nun mal auf Stil. Und deswegen trete ich hiermit offiziell ohne zu murren in den Orden der Clooneyazenserinnen ein. Seine Rede sei hier zitiert:

"Wow. Wow. All right, so I'm not winning director. It's the funny thing about winning an Academy Award, it will always be synonymous with your name from here on in. It will be Oscar winner, George Clooney. Sexiest Man Alive, 1997. Batman, died today in a freak accident at a -- Listen, I don't quite know how you compare art. You look at these performances this year, of these actors and unless we all did the same role, everybody put on a bat suit, and we'll all try that. Unless we all did the same role, I don't know how you compare it. They are stellar performances and wonderful work, and I'm honored, truly honored to be up here. And finally, I would say that, you know, we are a little bit out of touch in Hollywood every once in a while. I think it's probably a good thing. We're the ones who talk about AIDS when it was just being whispered, and we talked about civil rights when it wasn't really popular. And we, you know, we bring up subjects. This Academy, this group of people gave Hattie McDaniel an Oscar in 1939 when blacks were still sitting in the backs of theaters. I'm proud to be a part of this Academy. Proud to be part of this community, and proud to be out of touch. And I thank you so much for this."

George - you had me at 'Wow'. Aber bitte: Nicht auch noch Teri Hatcher als Freundin. Reichen nicht schon Kelly Preston, Céline Balitran, Lisa Snowdon, Krista Allen und all die anderen Schönheiten, die du in deinem Leben näher kennengelernt hast? Das ist NICHT gut für die Psyche!
7.3.06 14:46


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