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Feiertag im Jammertal

Heute ist Tag der deutschen Einheit. Wenn ich es nicht wüsste, ich hätte es nur daran gemerkt, dass mein Mann zuhause am PC sitzt und nicht im Büro.

Man mag mir aufgrund dieses Blogeintrags gerne naiven Patriotismus unterstellen, aber es ist nunmal so: Nationalfeiertag ist für mich etwas anderes als dieses triste graue Alltagsbild, dass sich mir bietet, wenn ich aus dem Fenster schaue.

Nationalfeiertag, das sind Balkone mit Fähnchengirlanden oder Flaggen in den Blumenkisten, mit Lampions in allen Formen und Farben. Das sind Freudenfeuer auf der Dorfwiese, mit Ansprachen irgendwelcher rhetorisch unbedarfter Gemeinderäte. Gemeinsames Cervelat-Bräteln und Absingen der Nationalhymne, bei der man den Text von den aus dem Gemeindeinfoblatt von letzter Woche (denn immer eine Woche vor dem Nationalfeiertag wird der Text abgedruckt) ausgeschnittenen Zetteln abliest. Und Feuerwerk, ob es nun das eigene, selbstgekaufte, kleine ist, bei dem viel gekreischt und in Deckung gerannt wird, oder das grosse, das die Stadt ausrichtet und zu dem man sich mit der ganzen Nachbarschaft auf der Strasse zum kollektiven "Oooooh!", "Aaaah!" und "Uuuuh!" versammelt.

Nationalfeiertag, das ist unbeholfene Feierlichkeit. Das sind Urinstinkte der Zugehörigkeit, das ist Heimat im Sinne von Geborgenheit, nicht im Sinne von Abgrenzung. Das ist der Tag, an dem man auch als Schweizer mal ausgelassen sein darf. Aber nur, wenn man die Spuren seines kleinen Feuerwerks wieder ordentlich wegräumt.

Nationalfeiertag, das ist nicht gleichbedeutend mit stolz sein auf sein Land. Das ist dankbar sein dafür, dass man in einem Teil der Welt lebt, wo man relativ sicher ist, ein Dach über dem Kopf und mehr als genug zu Essen hat. Das hat eher mit Demut als mit Stolz zu tun.

Einen Tag pro Jahr sollte man ja vielleicht mal feiern, dass es einem im Vergleich zum grossen Rest der Erdbevölkerung verdammt gut geht.

Und ich spreche hier - natürlich - vom Schweizer Nationalfeiertag. Dabei wird folgendes gefeiert: In grauer Vorzeit irgendwann Anfang August haben sich drei Typen auf einem Berg getroffen, je drei Finger in die Luft geschwenkt, irgendetwas gebrabbelt, und schon gab es die Schweiz.

So ein Ereignis erscheint mir geradezu unwichtig im Vergleich dazu, dass vor 16 Jahren ein zerrissenes Land einen gemeinsamen Neuanfang wagte. Und wie gesagt: Es hat nichts mit Stolz auf sein Land zu tun. Ich bin lediglich der Meinung, dass man sich einmal pro Jahr daran erinnern sollte, was man alles hat. Und damit sind nicht die Deutschlandfähnchen am Auto gemeint.
3.10.06 13:01
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


ChrisDiva / Website (3.10.06 16:22)
Hier in der Schweiz merkt man an zwei Dingen, dass heute Tag der Deutschen Einheit ist:
1) Kommen im Fernsehen statt der unzähligen Serien, Talkshows und Gerichtsshows komische Filme

und 2) hat es in Basel Richtung Deutschland/Frankreich über 10 km Stau auf der Autobahn (und für schweizer Verhältnisse ist das viel)


ChrisDiva / Website (3.10.06 16:49)
.. und jetzt sind es schon fast 20 Kilometer Stau auf der Autobahn....


Thollsten / Website (3.10.06 17:20)
Immerhin Google feiert:


;D

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