(...und manchmal auch ganz anders)
  Startseite
    Frauen!!!
    Männer!!!
    Paartherapie
    Nabelschau
    Gehirnstürm
    Fundbüro
    The Sound Of Music
    Körperertüchtigung
    Völkerkunde
    No-No-No-Notorious
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Links
   Jede Woche wieder
   Thollsten
   ChrisDiva
   TV-Schnee
   Gwen
   52 Wochenenden

Natollies woechentliche Verbrechen auf Schallplatte:





Besucher online


Webnews



http://myblog.de/natollie

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Blogosphere

Warum schreibt man eigentlich Blog?

Früher schrieben die meisten von uns Tagebuch, und wehe das hat jemand gelesen. Ich hab mehrere Tagebücher im Regal stehen, bei denen meist nur die ersten Seiten vollgekritzelt sind - dann hab ich den Versuch mit dem Tagebuch wieder aufgegeben, disziplinlos wie ich war und immer noch bin, nur um Monate oder Jahre später wieder ein Tagebuch zu kaufen und die ersten Seiten vollzukritzeln. Man hatte sich ja schliesslich weiterentwickelt, nicht wahr, also musste gleich ein neues Buch her, in das alte konnte und wollte man nicht mehr schreiben. Bloss komisch dass trotz aller Weiterentwicklung die Einträge in jedem der Bücher grundsätzlich die Themenkreise 'Männer' und 'Die Welt ist so ungerecht, also vor allem mir gegenüber' beinhalteten.

Ja, liebe Leserschaft, Ihnen ist bestimmt gerade aufgefallen, dass sich manche Dinge nie ändern.

Zurück aber zum Konzept des Tagebuches, wie es früher einmal war: Geheim. Womöglich mit einem Schloss, dessen Schlüssel man so gut versteckte, dass man ihn irgendwann nicht mehr wiederfand. Vielleicht auch mit einem Haar irgendwo zwischen den Seiten, damit man sofort bemerkte, wenn jemand das Tagebuch angefasst hatte. Auf jeden Fall das offensichtliche absolute Gegenteil eines Blogs, auf das jeder jederzeit Zugriff hat. Und dennoch benutzen viele Leute ihr Blog wie ein Tagebuch, teilen ihre innersten Gedanken und ihre tiefsten Geheimnissse mit Bekannten und Unbekannten in einem virtuellen Raum, den jeder betreten kann.

Da frage ich mich doch: Woher kommt diese Veränderung des Konzepts Tagebuch? Liegt es an der stetigen Verstärkung der Idee, dass man von anderen wahrgenommen werden muss, um jemand zu sein? Sind wir so mediengeil geworden, dass wir uns einbilden, jeder Einzelne von uns hätte das Recht, seine eigene Zeitung über die Nachrichten aus seinem Leben zu veröffentlichen? Halten wir uns wirklich für so interessant und sind wir wirklich so schamlos geworden, dass wir keine Hemmungen mehr haben, unser Seelenleben vor der ganzen Welt auszubreiten?

Das glaube ich nicht, Tim.

Ich vermute vielmehr, dass gerade unsere Schamhaftigkeit, unsere Angst vor dem Versagen und unsere Panik davor, ein langweiliges, uninteressantes Durchschnittsmenschlein zu sein uns ins Internet treiben, wo wir uns Dinge zu erzählen trauen, die wir im 'echten' Leben niemandem anvertrauen können. Einem Fremden schüttet man oft leichter sein Herz aus als einem Freund, denn der Fremde zieht weiter und man muss sich nicht davor fürchten, dass er einen für irgendwelche Aussagen verurteilt - denn man wird dieses Urteil nie zu spüren bekommen. Und wer weiss, vielleicht versteht einen dieser Fremde ja gerade besser als jeder Freund, weil er auf der Suche nach einem Gleichgesinnten war und diesen im Net, in UNS gefunden hat...

Wie schon Superman auf der Folie sagte, die früher bei meiner Schwester in der Dusche hing: "Ich will doch auch nur geliebt werden. Wie jeder."

Das Blog, ja das Internet an sich ist insofern eine wunderbare Erfindung fürs Zwischenmenschliche, weil es uns die Möglichkeit bietet, ganz wir selbst auch im schlimmsten, unliebenswertesten Sinne zu sein, ohne Konsequenzen für unser 'wahres' Leben zu fürchten. Und weil wir im Netz Leute finden, die gleich ticken wie wir - Leute, die wir vermutlich offline nie kennengelernt hätten. Leute, die Freunde werden können, auch wenn man sie nie trifft.

Okay, es gibt auch Leute, die Ehemänner werden können, wenn man sie mal trifft. Und ehrlich gesagt hatte ich noch nie Probleme damit, auch offline im schlimmsten und unliebenswertesten Sinne mich selbst zu sein, aber die Idee des Blogs fasziniert mich trotzdem. Besonders wenn sich die ganze Sache dann so entwickelt wie bei Pamie , die vor einigen Wochen ein Blog darüber schrieb, wie sie und ein paar Freunde in einem philippinischen Schnellrestaurant waren und das Essen dort nicht so lecker fanden. Die Geschichte hat sich mittlerweile schon fast zur Staatsaffäre entwickelt, weil sich Dutzende von Filipinos in ihrer nationalen Ehre gekränkt und deshalb genötigt fühlten, Pamie mit Hassmails zuzuschütten und in ihrem Forum zu protestieren. So viel zum Thema 'Was man im Internet schreibt, hat keine Konsequenzen'...
3.2.06 13:20


Schreibwahn

Ich bin gerade nachhause gekommen. Hab mein Zeug hingeschmissen, die Jacke aufs Sofa geworfen, Schuhe von den Füssen gefetzt und gerufen: "Na, ihr beiden - habt ihr mich vermisst?"

Gemeint sind Henning und Lila. Nein, das sind nicht unsere Kinder. Nein, das sind nicht unsere Haustiere. Obwohl, irgendwie sind sie ja schon meine Sprösslinge, und sie machen mehr Arbeit, als ein Haustier es je würde.

Henning und Lila sind die Hauptfiguren in meinem Roman.

Manche Teile meiner Leserschaft mögen sich vielleicht noch daran erinnern, dass es einer meiner Neujahrsvorsätze war, dieses Jahr ein Buch zu schreiben.

Tja. Gesagt, getan. Und bitte fragen Sie mich nicht, wie das passiert ist. Angefangen habe ich vor ein paar Wochen und kam mühsam bis Seite 8. Dann habe ich mich letzten Freitagmittag hingesetzt und die Datei wieder geöffnet.

Und dann kam der Schreibwahn.

Ich würde ja dieses Gefühl gerne beschreiben, aber dafür fehlen sogar mir die Worte. Es ist einfach so, dass irgendwo in meinem Hirn etwas Klick macht und dann muss geschrieben werden. Gnadenlos, ohne Rücksicht auf Verluste.

Am nächsten Morgen um halb zehn schwankte ich ins Bett und war auf Seite 78 angelangt.

Gegen vier Uhr nachmittags stand ich wieder auf und schrieb weiter.

Sonntag früh um 6:56 war ich mit der ersten Version fertig. 154 A4-Seiten in Courier Grösse 12, Zeilenabstand 1,5.

Mittlerweile habe ich das Machwerk einmal überarbeitet und für ansatzweise fertig erklärt. 183 Seiten.

Und ich liebe jede einzelne davon.

Oh, nicht dass es nobelpreiswürdig wäre, wunderschön formuliert und wahrlich hohe Literatur. Keineswegs. Es ist ein unbedeutender, alberner kleiner Frauenroman, mit einer Geschichte die schon millionenmal erzählt wurde.

Aber ICH habe diese Geschichte noch nie erzählt. Und das macht für mich persönlich doch einen gewaltigen Unterschied.

Worum es geht, fragen Sie sich? Naja, man soll ja bekanntlich über das schreiben, das man kennt.

Also geht es um eine Radioredakteurin, die sich in einen Indie-Rocker verliebt. So weit, so real. Der erfundene Teil beginnt an der Stelle, wo sich der Rocker auch in die Radiofrau zurückverliebt.
(An dieser Stelle sei hiermit der betreffende Rocker um Entschuldigung für mein einige Zeit dauerndes an Stalking grenzendes Anhimmeln um Verzeihung gebeten. Ich mag auch deine Musik, ehrlich. Und nein, ich nenne keine Namen, der Mann kennt Google sicher auch, und so viel Deutsch versteht sogar ER. Mein Bekanntenkreis weiss eh, um wen es sich handelt, manche sogar viel zu gut. Tut mir übrigens auch leid, dass ich euch wegen dem Kerl immer zugelabert habe. Darf ich euch jetzt wegen meinem Roman zulabern? Njarharhar.)

Wie gesagt, eine dumme kleine Geschichte. Aber sie wollte unbedingt erzählt werden, also habe ich ihr den Gefallen getan.

Derzeit fliegt das entsprechende Word-Dokument bei Testlesern im Internet rum. Und die ersten Kritiken sind positiv. Was mich in blankes Staunen, völlige Verblüffung und schier unsagbare Freude versetzt. Denn wie gesagt: Es ist zwar nichts Wichtiges, aber es ist halt meins. Und dass andere Leute es mögen, ist wunderbar. Und unfassbar.

Allerdings ist es auch irgendwie fürchterlich, denn wenn das Ding wirklich nicht so schlecht ist, wie ich mir einzureden versuche, müsste ich mich ja um eine Veröffentlichung bemühen.

Lila würde dazu sagen: "Gah." Ich übrigens auch. Lila hat sehr viel Ähnlichkeit mit mir - komisch das, ne? Lila hätte vollstes Verständnis dafür, dass mir vor der ersten negativen Kritik genauso graut wie vor dem Gedanken, tatsächlich nach Literaturagenten und/oder Verlagen suchen zu müssen. Sie würde mir eine Zigarette und einen Eimer Pistazieneis rüber schieben und mit mir die Schwimmszene aus Pride and Prejudice gucken. Wiederholt.

Und Henning würde vermutlich seine Meinung so äussern: "Du bist manchmal ganz schön doof, weisst du das eigentlich?" Henning kennt mich eben mittlerweile fast genau so gut, wie er Lila kennt. Aber er ist trotzdem immer nett zu mir.

Ich mag Henning und Lila sehr gerne. Sie haben es verdient, ihre Geschichte erzählt zu kriegen. Und ich hoffe, ich habe sie zu ihrer Zufriedenheit zu Papier gebracht. Hm. Muss mal nachfragen.

Lila? Gefällt dir deine Geschichte?

Wow, war das etwa gerade ein 'Miep'?

Ach komm Lila, lass uns eine rauchen gehen. Über Verlage, Literaturagenten und Kritiken können wir später nachdenken.
9.2.06 16:19


Ein Blog ohne Botschaft

Mein Angetrauter hat jetzt auch ein Blog. Da steht aber kaum was drin, weil er - ich zitiere - nicht weiss, was er schreiben soll. Könnte mir ja nie passieren. Ich kann problemlos seitenweise Dinge schreiben, auch wenn ich eigentlich keine Ahnung hab, was ich schreiben soll. Irgendwas kommt dabei immer raus, wenn auch nicht zwingend etwas Interessantes.

Der obenstehende Absatz ist der Beweis für den letzten Satz des obenstehenden Absatzes.

Der obenstehende Satz ergibt durchaus Sinn.

Der hier nicht. Okay, vielleicht doch. Sprache ist eine vertrackte Sache, nicht wahr? Das ist mir in den letzten Tagen - beim Schreiben natürlich - aufgefallen. Gerade in der deutschen Sprache gibt es irgendwie viel zu wenige Synonyme, die natürlich genug klingen, um auch wirklich in der Alltagssprache verwendet zu werden. Was für mich bei meiner schriftstellerischen Tätigkeit wiederum bedeutete, dass ich mich dauernd zwischen natürlicher Sprache und non-repetitiver Sprache entscheiden musste. Ich habe mich dann meistens zu ersterem durchgerungen. Gerade eben allerdings nicht, denn da stand bis vor wenigen Sekunden 'Ich habe mich dann meistens für ersteres entschieden', das gefiel mir aber nicht, da das Wort 'entscheiden' bereits im vorvorherigen Satz vorkam. Jetzt schreibe ich ja auch gerade keinen Dialog, sondern einen Blogeintrag, weswegen es mir erlaubt zu sein scheint, an der Sprache, die ich benutze, zu feilen. Beim Dialogschreiben hingegen scheint es mir nur korrekt zu sein, eine durchaus simple Sprache zu verwenden, auch wenn es dabei zu unschönen Wortwiederholungen kommt.

Oder benutzen Sie etwa im Gespräch mit Freunden aus Prinzip und bewusst andere Wörter als ihr Gegenüber, nur damit der Dialog schöner und abwechslungsreicher klingt? Eben.

Dieser Blog ist übrigens der Versuch, meinem Ehemann zu zeigen, dass man auch schreiben kann, wenn man eigentlich nichts zu sagen hat. Man SOLLTE vielleicht nicht zwingend schreiben, wenn man gerade nichts zu sagen hat, aber man KANN. Auch hier stellt sich wieder die Frage der Entscheidung: Will man oder will man nicht. Ich will gerade, aber vermutlich sollte ich gerade deswegen nicht.

Aber jetzt habe ich halt angefangen, nun gibt es Kein Zurück mehr, was übrigens auch der Titel des Liedes ist, dass gerade auf dem PC meiner grösseren Hälfte läuft. Lieder ohne Botschaft lief gerade, als ich mit diesem Blog angefangen habe, daher der Blogtitel.

Und eigentlich gäbe es ja schon ein Zurück, ich muss ja nicht da unten auf 'blog!' klicken. Zwingt mich ja keiner dazu. Womit wir wieder bei Entscheidungen wären. Ich entscheide mich nun dazu, da unten zu klicken. Aber eins noch: Als ich da oben Kein Zurück geschrieben habe, habe ich mich dreimal hintereinander genau gleich vertippt und Kein Zürich geschrieben.

Was mir mein Unterbewusstsein damit sagen will? Da entscheide ich mich doch lieber dafür, das nicht zu wissen.

Und siehst du, Schatz: Man kann auch schreiben, wenn man nicht weiss, worüber man schreiben soll.

Klick.
10.2.06 22:42


Oh Happy Day

Rückblende: Februar 1997. Sestriere. Meine beste Freundin und ich sitzen gebannt vor dem Bildschirm und beschäftigen uns abwechselnd mit 'Oh Happy Day'-Singen und 'Du bist laaaangsaaam'-Brüllen.

Der Grund: Ski-WM, Abfahrt der Männer.

Der etwas spezifischere Grund: Bruno Kernen. Der 25-jährige Berner Oberländer ist schnell. Sehr schnell. Was uns natürlich freut - und was er sicherlich nur unserem 'Oh Happy Day'-Gesinge zu verdanken hat. Und irgendwann ist klar, dass heute keiner mehr schneller sein wird als er. Oh Happy Day indeed.

Des Schweizers Verhältnis zu 'seinen' Ski-Athleten ist ein gespanntes. Natürlich weiss man, was realistisch möglich ist. Das hält einen aber nicht davon ab, regelmässig auf das Unmögliche zu hoffen. Bruno Kernen hat damals eben dieses Unmögliche geschafft und den WM-Titel geholt. So etwas verpflichtet natürlich für die Zukunft. Auch uns Fans. Deswegen haben meine beste Freundin und ich in den letzten neun Jahren auch immer wieder brav 'Oh Happy Day' gesungen, manchmal mit gutem Erfolg, öfter mit wenig Konsequenzen.

Heute war es dann wieder so weit. 2006. Sestriere.

Der Grund: Olympische Spiele, Abfahrt der Männer.

Der etwas spezifischere Grund: Bruno Kernen. Der mittlerweile 33-jährige Berner Oberländer ist schnell. Sehr schnell. Aber diesmal nicht schnell genug. Er landet hinter dem Österreicher Michael Walchhofer auf Rang 2. Dennoch: Oh Happy Day. Denn für die arg gebeutelten Schweizer Skihelden ist eine Medaille schon fast ein Sieg, und gerade Bruno würde man es so gönnen, denn er ist irgendwie einfach sympathisch, auf eine Art, wie es nur ein Schweizer Skirennfahrer sein kann.

Dann beginnt, wie schon 1997, das Warten.

Bode Miller, du bist laaangsaaam. Hermann Maier, du bist laaangsaaam. So weit, so gut. Die Beschwörungen vor dem Fernseher zeigen Wirkung. Marco Büchel, du bist auch laaangsaaam. Nicht böse gemeint, eigentlich finden wir die Liechtensteiner ganz toll, aber wenn ein 'richtiger' Schweizer vorne ist, brauchen wir dich nicht.

Antoine Dénèriaz, du bist laaaa... Oh. Okay, du bist schnell. Schneller als alle anderen. Na gut. Immerhin hat Bruno Bronze. Und das zweite wichtige Detail für einen fast perfekten Schweizer Skitag ist auch erfüllt, wie meine beste Freundin es so treffend zusammenfasst: "Wenigstens hat kein Österreicher gewonnen."

Achja, falls die 'Oh Happy Day'-Sache den Leser verwirrt: Die Ski-WM wurde 1997 vom Saft-Hersteller Rauch gesponsort. An der Piste stand deswegen ein riesiger Tetra-Pak Happy Day-Orangensaft. Ja, wir lassen uns gerne von Kleinigkeiten inspirieren...
12.2.06 13:45


Tuten und Blasen

Eins vorweg: Der Titel ist irreführend. Es geht nämlich nur um Blasen, nicht um Tuten.

So, und jetzt denken Sie bestimmt "Aha, sie schreibt zu nachtschlafender Zeit über Blasen, das kann ja nur nicht jugendfrei werden!".

Falsch. Das ist wie bei Genial Daneben: Wenn ein Begriff klingt, als ob er direkt dem Sexuallexikon entsprungen wäre, handelt es sich meistens um etwas ganz Harmloses. So auch hier.

Ich möchte diesen Blogeintrag nämlich dem menschlichen Harntrakt widmen. Genauer gesagt der weiblichen Blase. Ob Ihnen das jetzt zu schmutzig ist oder nicht, müssen Sie selbst entscheiden, ich weiss ja nicht, wie Sie es mit der Körperhygiene halten. (Kleiner Hinweis punkto mögliche Blogkommentare: Ich will es auch gar nicht wissen, danke sehr.)

Die weibliche Blase ist genau wie die weibliche Psyche ein weitgehend unerforschtes Gebiet und genau wie die Menstruation eine Geschichte voller Missverständisse. Lassen Sie mich mal eben einige davon aufklären:

Erstens: Wir können eigentlich sehr gut unseren Harndrang zurückhalten, wenn es sein muss. Wenn wir zum Beispiel beim Robbie Williams-Konzert in der ersten Reihe stehen, gilt die Maxime: "Pinkeln? Kenn ich nicht."

Zweitens: Wir können sehr gut alleine aufs Klo. Zu zweit aufs Klo gehen macht aber mehr Spass, weil man dann mit von Kabine zu Kabine gebrüllten Intimitäten andere Klobesucherinnen irritieren und ausserdem ungestört über ausserhalb des Klos anwesende Männer lästern kann. Bei mir kommt noch die Tatsache dazu, dass ich über den Orientierungssinn eines greisen Goldfisches verfüge und deshalb nicht suchend dreimal durch das ganze Lokal stolpern will, bevor ich das drei Meter grosse, rote Schild mit der Aufschrift "Zu den Klos geht es hier lang" entdecke.

Drittens: Wir glauben an die Effektivität des sogenannten Vorpinkelns. Sprich, bevor wir irgendwo hin gehen, wird erst mal noch schnell aufs Klo gegangen. Natürlich müssen wir dann, sobald wir da sind, wo wir hinwollten, gleich wieder aufs Klo. Aber es hätte ja sein können, dass wir noch dringender aufs Klo müssten, wenn wir nicht vorher schon mal noch schnell gepinkelt hätten. Mit dem Vorpinkeln verhält es sich wie mit der Religion: Man weiss nicht genau, ob es wirklich funktioniert, aber nützt's nix, so schadt's nix.

Viertens: Wir würden tatsächlich gerne im Stehen pinkeln können. DAS ist der wahre Penisneid. Dank P-Mate können wir das theoretisch jetzt auch, aber mal ehrlich, das ist irgendwie auch nicht das Wahre. Das ist wie fettarme Kartoffelchips: Man weiss, dass es sowas gibt, aber greift nur im absoluten Notfall darauf zurück.

Fünftens: Wir brauchen nun mal länger auf dem Klo. Wir müssen mehr ausziehen, mehr anziehen und uns im Spiegel genauer anschauen. Gibt es auf Herrenklos überhaupt Spiegel? Und wenn ja, warum?!?

Sechstens: Wir wissen, dass Pausen im Kino eigentlich den Filmgenuss erheblich stören. Wir sind auch der Meinung, dass es nicht zwingend nötig ist, einen Film plötzlich zu unterbrechen. Aber die Blase sieht ja nix vom Film und kriegt deshalb gar nicht mit, dass sie gerade nicht stören sollte.

Siebtens: Wie auch bei Männern gibt es bei uns einen geheimen Nervenstrang, der Hirn und Unterleib verbindet. Wenn die Blase voll ist, funkt sie ein Signal ans Hirn, welches dann sofort den Normalbetrieb aussetzt und nur noch den Gedanken "Ichmussaufskloichmussaufskloichmussaufsklo" aussendet. Wir können also nicht zuhören, wenn wir pinkeln müssen. Uns nicht artikulieren. Überhaupt, wir können in dem Moment eigentlich gar nichts, und das Denken ist ausgeschaltet, bis dieser Trieb befriedigt ist.

Wie gesagt, Männer haben diesen Nervenstrang auch, der die genau gleichen Reaktionen auslöst. Bloss führt der bei ihnen im Unterleib nicht zur Blase...
12.2.06 23:33


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung