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Hundeleben

Nach der tödlichen Attacke dreier Pitbulls auf einen Sechsjährigen wird in der Schweiz also mal wieder über 'Kampfhunde' debattiert. Verständlicherweise. Der Vorfall ist absolut tragisch und wäre sicherlich vermeidbar gewesen. Ich kann mir den Schmerz der Eltern nicht vorstellen und auch ich bin empört darüber, das so etwas passieren konnte.

Aber deswegen jetzt ein Verbot sogenannter 'Kampfhunde' in Betracht ziehen? Dass diese Option überhaupt zur Diskussion steht, ist für mich lächerlich. Wir sprechen hier von einem Land, in dem Tiere erst seit anfangs April 2003 nicht mehr als Sachen gelten. Zuvor hätte man die betroffenen Hunde wahrscheinlich als Mordinstrument betrachtet, jetzt sollen sie selbst die Mörder sein. Wie schnell sich doch die Betrachtungsweise ändern kann...

Was bitte folgt auf ein Rassenverbot? Werden auch bestimmte Automarken verboten, weil sie in mehr Unfälle verwickelt sind als andere? Oder hey, vielleicht könnte man auch gleich ganze Bevölkerungsgruppen verbieten, weil sie angeblich in den Kriminalitätsstatistiken öfter auftauchen als andere.

Oh, ich streite nicht ab, dass es Hunde gibt, die gefährlicher sind als andere. Aber könnte das nicht eventuell, vielleicht, ein kleines Bisschen auch an den Haltern liegen? Wie man in dem verlinkten Artikel lesen kann, wurden die Tiere, die den Tod des Kindes verursachten, unter Umständen aufgezogen, die - pardon the pun - unter aller Sau waren. Bei einem Menschen, der straffällig wird, werden seine Herkunft und seine sozialen Verhältnisse beim Urteil berücksichtigt. Die betroffenen Hunde wurden sofort nach der Tat eingeschläfert. Ob diese Entscheidung richtig oder falsch ist, vermag ich nicht zu beurteilen, ich finde es einerseits immer erschreckend, wie schnell man bereit ist, Tieren die Todesspritze zu geben (während man sie einem Menschen nicht geben DARF, auch wenn er darum bittet, aber das ist ein anderes Thema) - andererseits wäre es gegenüber Süleymans Eltern wohl kaum verantwortbar gewesen, die Hunde am Leben zu lassen.

Und nun sollen also Tiere, die unter die Klassierung 'Kampfhunde' fallen, in der Schweiz verboten werden - zumindest wenn es nach der Yellow Press und deren Lesern geht. Wie gesagt, eine meiner Meinung nach völlig unsinnige Forderung. Denn jeder, der schon mal irgendein Fachbuch zum Thema in der Hand hielt oder meinetwegen auch nur mal beim Superfrauchen oder der Tiernanny reingezappt hat, sieht doch, dass es in den seltensten Fällen am Tier liegt - sondern meistens am Halter.

Wir leben in einer Welt, in der das Tier zwar offiziell keine Sache mehr, aber leider Gottes inoffiziell immer mehr zum Accessoire wird. Natürlich ist ein Chihuahua süss, und es liegt mir fern, dieses Tierchen mit einem Pitbull Terrier vergleichen zu wollen - aber muss man denn zwingend einen solchen Krümel mit sich in der Handtasche rumschleppen, um in zu sein? Muss man sich von einem Pitbull an einer Stahlkette durchs Quartier schleifen lassen, um tough zu sein? Und verdammt nochmal, warum sucht man sich einen Hund nach dem Bild aus, das man selber abgeben will, statt zu recherchieren, welcher Hund zu dem Menschen passt, der man ist? Mir würde es nie im Traum einfallen, einen Hund zuzulegen, den ich im Notfall nicht mit meiner eigenen Körperkraft bändigen kann. (Mein Idealhund ist eh die französische Bulldogge. Schnarcht, pupst und sabbert. Passt zu mir.) Und vor allem wäre mir klar, dass ICH die Schuld trage, wenn mein Hund etwas anstellt.

Deswegen hoffe ich auch, dass man den verantwortlichen Halter im aktuellen Fall zur Rechenschaft zieht. Und zwar so, wie er es verdient. Die Raser von Gelfingen wurden wegen eventualvorsätzlicher Tötung verurteilt, weil sie es bei ihrem Strassenrennen in Kauf nahmen, dass jemand - auch ein Unbeteiligter - tödlich verletzt wird. Wie sieht es demnach mit dem Urteil für einen Menschen aus, der seinen Hunden jegliche Möglichkeit zur Sozialisierung verweigert und dann das Risiko eingeht, dass diese Tiere entwischen können?

Die einzige Forderung, die mir nach dem tragischen Vorfall von Oberglatt logisch erscheint, ist diejenige nach einem Eignungstest für Leute, die sich einen Hund zulegen wollen. Und meiner Meinung nach darf dieser Test gerne für alle Rassen verlangt werden. Meinetwegen, ein Zwergpudel, der zur reissenden Bestie wird, ist immer noch weniger gefährlich als ein Bullterrier im gleichen Zustand. Aber auch ein Zwergpudel hat ein Anrecht auf eine gute Erziehung und ein liebevolles, tiergerechtes Heim. Und so etwas wäre nunmal mit einem Test eher gewährleistet. Wer Autofahren will, muss ja auch erstmal beweisen, dass er es kann.

(Und falls mir jetzt jemand mit dem Argument kommt, dass man ja dann auch gleich einen Eignungstest fürs Elternwerden machen könnte: Don't even get me started...)
4.12.05 21:47


Das Amt schimmelt

Ich bin ja der Typ Mensch, der sich nach Möglichkeit genau an die Regeln hält und trotzdem panische Angst davor hat, etwas falsch zu machen. Deswegen denke ich immer, wenn ich irgendwelche amtliche Post kriege, sofort das Schlimmste. Heute brachte mir mein angebeteter Angetrauter einen Brief vom Schweizerischen Generalkonsulat in Stuttgart. Meine ersten Gedanken: "Oh Gott, was habe ich falsch gemacht?" gefolgt von "Hoffentlich kostet was auch immer ich getan habe nicht zu viel Strafe" und schon waren wir mitten in "Nein bitte, nicht zurück in die Schweiz abgeschoben werden" und "Waaah, ich will nicht ins Gefängnis".

Wohlgemerkt, ich hatte den Brief noch nicht geöffnet.

So, und nun begeben wir uns auf eine kleine Reise in die nicht allzu ferne Vergangenheit.

Ich hab ja geheiratet. Und das bringt so einiges an Amtsschimmelwiehern mit sich, vor allem wenn man als Schweizerin einen Deutschen in Deutschland heiraten will. Unter anderem führte die bevorstehende Trauung zu einigem Hin und Her, was meinen Geburtsschein anging, und als ich den Wisch endlich in meinen Händen hielt, musste ich feststellen, dass ich statt um 08:20 (wie man mir bisher immer erzählt hatte) bereits um 07:50 geboren worden war! Ich bin also eine halbe Stunde älter, als ich 33 Jahre lang gedacht hatte - ich denke, dass man mir deswegen meine chronische Unzurechnungsfähigkeit etwas leichter nachsehen kann. Genauso wie meine ständige Unpünktlichkeit. Aber ich schweife ab.

Ich bin also nun eine rechtmässig standesamtlich und kirchlich getraute Frau und hatte mich entschlossen, den Namen meines Göttergattens anzunehmen. Erstens weil ich es schöner finde, wenn ein Ehepaar den gleichen Namen trägt und zweitens weil mir sein Nachname besser gefällt als meiner. Diese Namensänderung führt allerdings zu weiteren amtlichen Handlungen, da ja alles neu beantragt werden muss. Das resultierte dann in verwirrenden Gesprächen mit meiner Bank, bei denen ich vor lauter Unterlagen und Unterschriften schon fast danach gefragt hätte, wo und wann ich denn bitte schön zur Blut- und Urinprobe antreten muss, in sinnlosen Briefen an meine andere Bank (die schicken mir nämlich immer noch alles mit meinem alten Namen adressiert) und in einem gemütlichen Morgen in den heiligen Hallen der Ausländerbehörde Freiburg. Okay, 'heilige Hallen' ist vielleicht etwas übertrieben, es handelt sich dabei um einen Korridor mit Holzbänken und Wänden im trostlosen 70er-Jahre-Beige. Aber hey, ich hab auch schon an hässlicheren Orten zwei Stunden gewartet. Denke ich. Bestimmt. Naja, ich hätte mich auch vorher informieren können, dann wäre ich nicht nach zwei Stunden Warten und 30 Sekunden im Büro mit dem Bescheid nachhause gezuckelt, dass ich die neue Aufenthaltserlaubnis nur mit einem neuen Pass erhalte.

Gesagt, getan, wir fordern uns also einen neuen Pass an. Erste Panik: Waaah, ich will aber nicht nach Stuttgart fahren deswegen! Erste Beruhigung: Muss ich auch nicht, da wir genau 201,43 Kilometer von Stuttgart entfernt wohnen und man ab 200 Kilometern Distanz sich den Pass auch zuschicken lassen kann. Nächste Panik: Bitte WIE müssen die neuen Passfotos aussehen?

Heutzutage muss so ein Pass ja viel mehr können als früher (früher = vor dem 11. September 2001). Und dementsprechend sind auch die Anforderungen an Passfotos gestiegen. Hier kann man zur allgemeinen Belustigung und Verwunderung nachlesen, wie die neuen Schweizer Passfotos auszusehen haben. Pikantes Detail: Die Schweizer Passfotos unterscheiden sich von den deutschen erlaubten Passfotos offenbar dahingehend, dass man bei den Schweizern noch lächeln darf und bei den Deutschen nicht. Inwiefern dies etwas mit der Wirtschaftslage der beiden Nationen zusammenhängt, sei dahingestellt.

Allerdings gibt es noch einen zweiten Unterschied zwischen dem neuen Schweizer Passfoto und dem neuen deutschen Passfoto, den mir allerdings keiner der beiden deutschen Fotografen glauben mochte, die ich konsultierte. Okay, beim ersten Mal war das noch verständlich, da die Dame hinter der Kamera sicher über 80 war und ich den Wisch mit den Schweizer Passfotoregeln nicht dabei hatte. Unsere Kommunikationssschwierigkeiten waren also verständlich. Beim zweiten Mal war der Herr aber ca. 2 Jahre jünger als die Dame und ich hatte den Wisch dabei. Er wollte ihn aber gar nicht sehen und beteuerte mir, dass er für Passfotos nur das strukturierte Papier habe und dass dies das einzig erlaubte Papier sei. Für deutsche Passfotos schon, mein Herr. Aber für Schweizer Bildchen eben nicht. Ich kam an jenem Tage zum Schluss, dass sich Fotografen noch weniger in ihre Arbeit reinreden lassen als Ärzte. Und das will was heissen. Nun denn, nachdem ich beim Bahnhof noch die Variante Farbig-Überbelichtet und Schwarzweiss-Überbelichtet im Automaten erstanden hatte, klappte es beim Passfotoautomaten im Bürgeramt schliesslich ganz hervorragend, und ich konnte endlich meinen Pass, die Passfotos und den Antrag für den neuen Pass abschicken.

Es folgten drei Wochen Warten und einiges an Panik beim Gedanken an bevorstehende Schweizbesuche ohne gültigen Reiseausweis. Unnötige Panik natürlich, denn am Morgen des ersten solchen Schweizbesuches erhielt ich die neue Identitätskarte und einige Tage später den neuen Pass. Hat also alles wunderbar geklappt und mich auch fast keine Nerven gekostet. (An diejenigen Leser, die sich jetzt denken, dass ich ja wohl total selber schuld bin, wenn ich mir solche Hektik und Panik wegen sowas mache: Hallo?!? Schon mal einen meiner vorherigen Blogeinträge gelesen? Panik ist mein zweiter Vorname, Hektik mein dritter, und grundsätzlich sollte ich mich in Sinnlos Genervt umtaufen lassen)

Aber zurück zum Anfang. Heute also dieser Brief vom Amt. Ich also panisch. Und wenn ich verrate, was drin stand, darf sich der geneigte Leser sich sein Teil über die konsulatsinterne Kommunikation sowies die Schnelligkeit des Amtsschimmels denken.

"Sehr geehrte Frau XXX

Die vor Ihrer Heirat ausgestellten Reiseausweise sind durch die Namensänderung nicht mehr gültig und müssen ersetzt werden.

Sie erhalten anbei das Formular zur Beantragung des neuen Reiseausweises, eine Anleitung dazu sowie einen Auszug aus dem Bundesgesetz über die Ausweise für Schweizer Staatsangehörige..."
6.12.05 21:34


Schubladibla

Natürlich ist das Leben einfacher, wenn man alles schubladisiert. Und ich wollte, ich könnte das auch. Oh, nicht dass ich es nicht zur Genüge tue, aber trotzdem passe ich selber eben nicht zwingend in eine einzelne Schublade - schon gewichtstechnisch nicht, und interessentechnisch erst recht nicht.

Ich mag zum Beispiel Britney Spears und Jeanette Biedermann (Okay, jetzt habe ich gerade die Hälfte meiner Leserschaft verloren...). Nicht musikalisch - von Britney habe ich gar keinen Tonträger und von Jeanette nur eine CD, die ich bei einem Gewinnspiel gekriegt habe, von dem ich schwöre, dass ich nicht mitgemacht habe. Ich schalte aber auch nicht zwingend weg, wenn gerade irgendwo eine der beiden Damen etwas trällert. Ich finde die Mädels einfach irgendwie sympathisch, weil sie etwas von einem Trampel an sich haben. Ich finde es lustig und nicht absurd oder mein Rockerherz beleidigend, wenn Jeanette zu Motörhead abgeht, raucht und säuft. Ich finde es erfrischend, wenn Britney beschliesst, dass ihre Hochzeit nunmal ihre Hochzeit ist und sie deswegen auch Fast Food als Hochzeitsmenü haben kann, auch wenn das der Klatschpresse nicht passt. Lieber, tausendmal lieber eine ehrliche Tussi als eine pseudoelitäre Zicke, die einen auf 'ich bin eine ernsthafte Künstlerin' macht (X-Tina, Mariah, Frau Catterfeld, ick hör euch trapsen).

Bin ich deswegen jetzt auch eine Tussi? Wenn ja - es könnt mir nichts egaler sein.

Ich mag zum Beispiel keinen Wein und Bier nur in der Radler- (für Nordlichter: Alsterwasser-, für Schweizer: Panaché-)Variante. Ich trink gerne Alcopops, weil mir das schmeckt. Ich brauch auch keine intimen Diners mit Freunden, wo es selbstgemachte Trüffelnudeln und biologisch angebauten Rucolasalat auf dem Teller und stilvollen Jazz aus der Stereoanlage gibt. Weil ich das nicht mag. Gebt mir ne Tüte Chips, ne Packung Schokolade-Schleckerdiknack und ne Flasche Cola Light, und ich bin glücklich. Und meinetwegen dürfen gerne die Spice Girls, JBO oder Die Ärzte aufgelegt werden.

Bin ich deswegen infantil und berufsjugendlich? Sei's drum - es könnt mir nichts egaler sein.

Ich mag prominente Männer angucken und anhimmeln, obwohl ich verheiratet bin. Ich finde David Beckham scharf, auch wenn der doof ist. Ich will ja mit ihm nicht über Astrophysik diskutieren (womöglich weiss der plötzlich noch mehr drüber als ich). Natürlich finde ich Marcus Wiebusch auch toll, weil er so wunderbare Musik macht - aber warum sollte ich verleugnen, dass ich ihn auch für unglaublich attraktiv halte? Ich finde es auch absolut vertretbar, wenn meine Stimme plötzlich eine halbe Oktave höher wird, nachdem mir Janove Ottesen im Interview seinen Bauch gezeigt hat. Meines Erachtens ist es das einzig Natürliche, dass meine Freundin und ich im Hotelaufzug in hysterische Schreikrämpfe ausgebrochen sind, nachdem Roch Voisine uns eine CD geschenkt hatte? Und verdammt nochmal, welche halbwegs brauchbare Frau hätte schon NICHT Keanu Reeves' Glas geklaut nach der Pressekonferenz? Ich WILL ja nichts von denen. Ich weiss das, mein Mann weiss das. Alle anderen geht es einen Scheissdreck an.

Bin ich deswegen ein peinlicher Wannabe-Starfucker? Man mag mich dafür halten - es könnt mir nichts egaler sein.

(Bin ich wegen obenstehendem Abschnitt eine grauenhafte Prahline, die ständig darauf hinweisen muss, wie viele tolle Stars sie im Zuge ihrer Arbeit schon kennengelernt hat? Hell yeah.)

Ich hasse es, auf eine oder ein paar Eigenheiten meines Charakters reduziert zu werden. Wahrscheinlich weil ich mich selbst immer zu sehr durch die "Ist das jetzt erlaubt, ist das jetzt nicht zu peinlich, ist das jetzt COOL?"-Brille sehe. Und ganz ehrlich: Manchmal denke ich, das Leben wäre einiges einfacher, wenn ich einfach so problemlos in eine Schublade passen würde. Aber ich bin nunmal wie ich bin. Nennt mich Apothekerkommode.
8.12.05 14:57


Vertretervertreibung

Ich bin, man glaubt es kaum, ja eigentlich sehr schüchtern. Ein verhuschtes kleines Weibchen, das es allen recht machen will. Zumindest wenn jemand an unserer Wohnungstür klingelt und mir was andrehen will.

Ja, wir haben jetzt einen Vertrag bei einem anderen Telekomanbieter. Den mein Mann morgen kündigen wird. Ich hab dem Typen an der Tür noch gesagt, mein Mann entscheidet sowas, ich hab da keine Ahnung, ich bin eine Techniknulpe. Ja, ich weiss, erster Fehler: Die wollen ja gerade an die geraten, die keine Ahnung haben. Und ich hab mich natürlich dann mal wieder nicht im entscheidenden Augenblick an die Dieter Nuhr-Maxime erinnert: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten."

Fresse nicht gehalten, Vertreter glücklich, Ehemann mit Ungeschehenmachen beschäftigt, Frau doof.

Ich überlege nun, ob ich ein Schild an unserer Tür anbringen soll, dessen Inhalt folgendermassen lautet:

"Wir kaufen nichts.
Wir haben nämlich alles schon.
Ja, auch das da.
Nur ist Unseres viel schöner, und billiger war es auch.

Wir wollen auch nicht zu Ihrer Religion bekehrt werden.
Unsere ist nämlich viel schöner, und billiger ist sie auch.
Ausserdem sind Orgien in Ihrer Religion sicher verboten.

Wir wollen auch keinen neuen Telefonanschluss.
Unsere Religionszugehörigkeit verbietet uns das Telefonieren.
Wir brüllen stattdessen zum Fenster raus und hoffen, dass die Nachricht ankommt.

Wir wollen auch kein neues Internet, kein Kabelfernsehen und unsere Messer sind bereits alle scharf geschliffen.

Unsere Messer benutzen wir nämlich für die rituelle Schlachtung von Vertretern.

Ist Teil unserer Religion.

Wir sagten ja bereits, sie ist schöner und billiger als andere Religionen.

Je weniger Vertreter, desto schöner ist die Welt.

Und Vertreterfleisch ist sogar billiger als Gammelfleisch aus dem Supermarkt.

Wollen Sie wirklich klingeln?"

Andererseits, vermutlich würden dann alle klingeln, die unserer Religion beitreten wollen. Und da hätten wir ja dann auch keine Ruhe mehr.

Mein Ehemann hat übrigens einen erstklassigen Spruch drauf, um Vertretern und anderen Volksbelästigern auf der Strasse den Wind aus den Segeln zu nehmen (der bei ihm als Zwei-Meter-Hünen umso überzeugender wirkt):

"Meine Mutti hat mir beigebracht, dass ich nicht mit fremden Leuten reden darf!"
9.12.05 17:48


Drei Tage war der Frosch nun krank...

...jetzt hüpft er wieder, Gott sei dank. Das stand auf einer Karte, die mir irgendeine Patentante mal geschickt hat, als ich als Kind mal wieder krank war - vielleicht war ich da auch gerade im Krankenhaus, kann auch sein. Ich war zweimal wegen Mandelnentfernen im OP (ja, ich weiss auch nicht, warum die da gleich zweimal dran rumsägen mussten) - an das erste Mal erinnere ich mich nicht mehr, da war ich irgendwie drei Jahre alt oder so, beim zweiten Mal war ich zehn und verlor meinen Glauben an die Allwissenheit der Ärzte. Der Typ hatte mir versprochen, dass ich nach der OP ein Eis kriege und dann gab's keins! Seitdem bin ich eine kritische Patientin.

Ich schreibe natürlich aus aktuellem Anlass über das Thema. Mich hat es mal wieder erwischt, ich schniefe und huste und gliederschmerze und fühle mich grundsätzlich wie die Leute aus der VicksMedinait-Werbung. Man könnte ein Foto von mir auf den Beipackzettel montieren. 'Fühlen Sie sich so? Dann ist das hier angesagt.' Ich schwöre ja auch VicksMedinait. Ja, natürlich wegen dem Alkohol in dem Gesöff. Da wird bei mir (ich vertrage NIX) schnell mal aus einem 'Röchel' ein 'Röhöhöhöhöchel', und mein beduselter Zustand hat wenigstens noch einen anderen Grund als die verstopften Nebenhöhlen.

Wenn ich krank werde, dann ist es meistens irgendetwas Erkältungsmässiges. Mein Immunsystem reagiert auf Erkältungsviren wie andere Frauen auf Schuhe: Mit dem sofortigen 'Muss ich haben'-Reflex. Und so zweimal im Jahr bleibt es dann eben nicht beim leichten Schniefen, sondern wandert in alle möglichen Kopfhöhlen ab (und davon gibt es mehr, als man denkt).

Jetzt sitze ich also da, mit geschlossenem Hals und freier Nase und warte darauf, dass sich in meinem Kopf so einiges löst. Natürlich, der Knoten im Hirn, der verhindert, dass ich Mathematik kapiere gehört auch dazu. Aber da habe ich die Hoffnung irgendwie aufgegeben und setze deshalb darauf, dass sich die ganze Sache mit fleissigem Einsatz von Erkältungsbädern, VicksMedinait (höhöhöhöhö) und Bettruhe in Rotz und Wohlgefallen auflöst. Aber auch das ist natürlich komplizierter bei mir als bei anderen Leuten, denn

a) Mag ich keine Medikamente. Nein, meine Medikamente mag ich nicht. Die schmecken bäh. Und da kann ich mich echt dermassen frühkindlich benehmen, dass es nicht mehr schön ist. Da kann ich wirklich durch die halbe Wohnung jammern 'Hasöööö, das Mebucaine ist so wiiiiderlich, muss ich das noch lange lutschäääään?'. Da muss ich mir manchmal wirklich selber einreden, dass der Löffel voller Hustensaft ein Flugzeug ist, das auf meinen Mund zufliegt und so. Was übrigens nicht klappt, weil ich mich dann dank Erwachsenenlogik frage, warum zum Teufel ich ein Flugzeug schlucken sollte. Sprich: Medikamenteneinnahme ist mit einiger, die Genesung sicher nicht fördernder, Aufregung verbunden.

b) bin ich ausserdem von der medizinischen Literatur im Bücherregal meiner Eltern geprägt. Da stand irgendsoein Familienratgeber zum Thema Medizin, wo man nachschlagen konnte, unter welcher Krankheit das Kind wohl leiden könnte. Das Kind war natürlich immer noch fit genug, um das Buch aus dem Regal zu popeln, nachzugucken und festzustellen, dass es mal wieder unter der lebensgefährlichen Hirnhautentzündung litt, deren Symptome ja so tückisch grippeähnlich sind. Noch heute lege ich bei jedem Anflug von Grippalgefühl gleich mal den Kopf in den Nacken, um zu gucken, ob ich das noch kann. Wenn das nicht mehr geht, hat man Hirnhautentzündung, meine ich mich zu erinnern. Moment. Schnell antesten. Ha, eben doch nur Grippe. Hurra.

In unserem Bücherregal stand auch noch ein Pschyrembel, das war dann wirklich mehr so ärztliche Fachliteratur. Mit farbigen Bildern von ekligen Augen und Zungen und so, da brauchte man dann schon einen Spiegel, um festzustellen 'Herr, ich danke dir, dass ich nicht habe, was der da hat'.

Ja, ich bin ein Krankheitsweichei. Ich habe viele männliche Eigenschaften, und eine davon ist es, zu jammern, wenn ich krank bin. So will es zumindest der klischeebeladene Volksmund (der in diesem Fall vermutlich recht undeutlich spricht, von wegen beladen und so). Ich meinerseits habe nur einen Unterschied zwischen kranken Frauen und kranken Männern festgestellt: Männer wissen, wann sie zuhause zu bleiben haben. Frauen schleppen sich immer erst mal zur Arbeit, auch wenn sie dann nach fünf Minuten wieder heimgehen, weil sie einfach nichts auf die Reihe kriegen. Aber so hat man es wenigstens versucht, ne?

Achja, abschliessend möchte ich noch darauf hinweisen, dass im Bücherregal meiner Eltern irgendwo ganz oben auch ein Buch über das menschliche Sexualleben stand. Was in meinem Kopf abging, als ich gross (und natürlich mal wieder krank) genug war, das Werk zu stibitzen und beim Kapitel 'Geschlechtskrankheiten' ankam, möchte ich jetzt lieber nicht schildern.

Aber falls Sie mal wissen wollen, wie man Syphilis anhand von Erkältungssymptomen diagnostiziert, fragen Sie mich.
17.12.05 10:13


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