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Wer will mich?

Ich hasse es. Gott, wie ich es hasse. Da sieht man irgendwo eine Stelle ausgeschrieben und denkt sich "Hm, das wär doch was für mich." Und dann geht der Scheiss los - kurze Beschreibung, wie Bewerbungen bei mir ablaufen. Im Telegrammstil der rasenden Gedanken (und ebenso rasenden Natollie).

- Lebenslauf updaten. Im Internet nachgucken, wie man heutzutage einen Lebenslauf gestaltet. Aha, umgekehrt. Also alles mal anders. Dann gucken, dass das Teil schön auf eine Seite passt. Klappt nicht. Also schön auf zwei Seiten verteilen. Muss der Grundschulbesuch rein? Im Internet nachgucken. Ja. Nein. Vielleicht. Dann überlegen, was man an Hobbies angeben könnte. Im Internet nachgucken. Keine Hobbies angeben, weil Kinomusikkonzerteusw. zu uninteressant. Mal eben kurz verzweifeln. Lebenslauf drucken. Merken dass man Ort und Datum nicht angegeben hat. Lebenslauf ändern. Nochmal drucken. In Bewerbungsmappe friemeln. Merken, dass man Lebenslauf nicht unterschrieben hat. Rausfriemeln. Unterschreiben. Reinfriemeln. Sich fragen, ob man anständige Bewerbungsmappe hat. Nein, hat man nicht.

- Bewerbungsmappe kaufen gehen. Im Internet vorher nachgucken, wie die aussehen sollte. Aha, nicht unter 4 Euro ausgeben. Bewerbungsmappen angucken. Alle hässlich. Die unter 4 Euro noch am schönsten, aber geht ja nicht, hat Internet gesagt. Also hässliche für 4 Euro kaufen. Zuhause feststellen, dass die von innen gar nicht so aussieht, wie man von aussen gedacht hat. Kurz verzweifeln. Trotzdem die Mappe nehmen und Lebenslauf reinfriemeln. Lebenslauf sieht mittlerweile verfriemelt aus. Nochmal ausdrucken und diesmal gleich unterschrieben. Notiz an sich selbst für Anschreiben machen: Bei besonderen Eigenschaften "Lernfähig" angeben.

- Bewerbungsfotos suchen. Keine mehr finden. Ausser einem, dem man aber ansieht, das es schon mal verwendet wurden. Im Internet nachgucken. Todsünde, solches Foto zu verwenden. Obwohl Foto eigentlich gut. Trotzdem Fotos machen gehen. Erst zum Automaten gehen. Foto überbelichtet. Foto in schwarzweiss machen. Immer noch überbelichtet. Im Internet nachgucken. Automatenfotos sind Todsünde. Zum Fotografen gehen. Sich dort zum Leo machen. Sich nach vorne beugen, Kopf senken, Gesicht nach links, Nase nach rechts, Brille anheben und nach hinten gucken. Haare auf Foto sehen scheisse aus. Trotzdem zehn Euro bezahlen. Kurz verzweifeln. Trotzdem Fotografenfoto nehmen, weil Haare für Job ja eher untergeordnete Rolle spielen. Zumindest hoffen, dass das so ist.

- Anschreiben erstellen. Im Internet nachgucken. Rausfinden, dass heutzutage "Dritte Seite" ganz toll ist. Rausfinden was "Dritte Seite" ist. "Dritte Seite" ganz toll finden. Versuchen, "Dritte Seite" zu schreiben. Im Internet nachgucken. Feststellen, dass man schlechte "Dritte Seite" geschrieben hat. Nochmal versuchen. Und nochmal. Und nochmal. Kurz verzweifeln. Beschliessen, dass "Dritte Seite" scheisse ist. Alles ins Anschreiben packen. Im Internet nachgucken. Feststellen, dass man keine Anschreiben schreiben kann. Trotzdem was schreiben. Sich selber scheisse finden, wenn man Anschreiben durchliest. Kurz verzweifeln. Sich denken, dass man den Job eh nicht kriegt. Anschreiben ausdrucken. Tippfehler feststellen. Nochmal ausdrucken. Anschreiben unterschreiben und in Bewerbungsmappe friemeln. Anschreiben sieht jetzt auch verfriemelt aus. Nochmal ausdrucken. Wieder verfriemelt. Egal. Ist kreativ.

- Arbeitsproben auswählen. Denken, dass man ja bisher echt nur Quatsch produziert hat. Im Internet nachgucken. Hilft nicht weiter. Verblüfft sein. Am wenigsten schlimmen Quatsch auswählen und in Bewerbungsmappe friemeln. Finden, dass verfriemelter Look mittlerweile durchgängig und deswegen Konzept. Oder so. Einfach nur froh, dass die Scheissbewerbung fertig ist. Abschicken und auf Reaktion warten. Job vermutlich eh nicht kriegen, aber trotzdem blöde Hoffnung haben, dass vielleicht sogar zu Vorstellungsgespräch können. Kurz verzweifeln. Im Internet nachgucken. Feststellen, dass man alles falsch gemacht hat. Sich damit abfinden, dass man Job nicht kriegen wird, aber trotzdem auf Anruf hoffen oder düster guckend auf Rückkehr der Bewerbungsunterlagen warten.

Und warten.

Und warten.

Nein, es macht mich gar nicht fertig.
4.11.05 10:12


Comet ihr Kinder

Okay, eigentlich ist das hier zugegebenermassen ein Test, ob ich mehr Zugriffe auf mein Blog kriege, wenn ich Tokio Hotel erwähne. *g* Allerdings habe ich keine Ahnung, ob diese Seite bei einer Googlesuche nach ebendieser Band erwähnt wird. Naja, man wird sich wohl auch so diesem aktuellen Thema widmen können.

Was mich an der ganzen Hysterie um Tokio Hotel (vielleicht erscheine ich weiter oben bei Google, wenn ich den Namen ganz oft erwähne? Tokio Hotel Tokio Hotel Tokio Hotel) am meisten verblüfft, ist der Hass auf diese Band, den ich von Leuten mitkriege, die eigentlich ganz genau der Tokio Hotel-Zielgruppe entsprechen. Sprich: Gerade Mädchen im Teenageralter scheinen die Band mehr zu verabscheuen als alle anderen. Oh, natürlich gibt es auch ganz viele Mädels, welche die Jungs verehren. Aber im Forum meiner Wahl (das offizielle Board von Die Ärzte) wird oftmals dermassen gehässig über Tokio Hotel gelästert, dass es mir fast so erscheint, als wolle man sich bewusst von etwas distanzieren, das man per definitionem eigentlich toll finden sollte. Warum ist das so?

Meine Vermutung ist, dass die durchschnittliche Jung-Punkette es nicht wirklich schätzt, wenn ihr etwas aufgedrängt wird, wie es eben derzeit gerade bei Tokio Hotel (Tokio Hotel Tokio Hotel Tokio Hotel - hey, man weiss ja nie) der Fall ist. Wenn diese Band die örtliche Schülerband wäre, von der noch keiner was weiss, fände man bzw. frau bzw. mädchen die wahrscheinlich nicht schlecht, um nicht zu sagen ganz toll. Dann wäre Bill der coole, etwas schüchterne Junge aus der Parallelklasse, den man irgendwie mysteriös findet und der bestimmt ganz sensibel ist und heimlich Gedichte schreibt. Tom wäre der abgedrehte und vorlaute Proll, den man eigentlich verabscheut, aber irgendwie klammheimlich doch für attraktiv hält. Und die beiden anderen (ich kenne nicht mal ihren Namen, das sagt ja auch etwas über die Vermarktungsstrategie aus) wären halt auch in der Band und damit beuschbarer (für die Bedeutung dieses Wortes sei auf das Ärzteboard verwiesen) als die anderen Jungs in der Schule. Dann würde mädchen sich Songzeilen auf die Chucks eddingen, in der Klasse Zettel austauschen, wo das Datum des nächsten Tokio Hotel(Tokio Hotel Tokio Hotel Tokio Hotel - auch wenn es mit Google nicht funktioniert, das ist jetzt mein Gimmick für diesen Blogeintrag)-Konzertes in irgendeinem Jugendclub draufsteht und kleine Herzchen mit B oder T drin auf die Schulhefte malen - natürlich nie den ganzen Namen, damit könnte man sich ja verraten, und nichts darf geheimer sein in diesem Alter als eine Schwärmerei. Dann wären Tokio Hotel toll. Denn sie wären, um es mal aus der Sicht eines Teenagers auszudrücken 'meins'. Selber entdeckt und für toll befunden.

Aber so, wie das jetzt läuft, geht das natürlich für das Indie-Girl gar nicht. Da kommt irgendsoeine Plattenfirma,guckt sich an was gerade 'in' ist und wurstelt sich daraus etwas zusammen, was allen Kriterien entspricht und damit sowieso keiner. Tokio Hotel beinhalten ein bisschen Manga-Gothic-Teeniedepression (Bill), etwas Alternative-Skater-Rasta-Punkerotik (Tom) und ein Quentchen Junger-Deutschrock-Britpop-Look (Dings und Dangs aka die beiden anderen). Sie kombinieren deutsche Texte mit Teen-Angst und Musik, die gerade noch mainstream genug aber doch schon ein bisschen rebellisch ist. Aber eben gerade dadurch, dass Tokio Hotel (Tokio Hotel Tokio Hotel Tokio Hotel) so perfekt zusammengebastelt sind, funktionieren sie auf dem Glaubwürdigkeitslevel einfach nicht. Kurz gesagt: Mädel merkt die Absicht und ist verstimmt.

Aber was ist denn mit denjenigen, die sich eben jetzt doch voll und ganz für Tokio Hotel entschieden haben? Sind es denn nur die Pimkiepunks, die Rockergirls mit pinkfarbenen Tops, auf denen in Glitterschrift 'Rock' steht, die Nachwuchsrebellinnen, die sich (noch) nicht trauen, auf 'richtige' Rockmusik zu stehen? Keine Ahnung. Falls meine Google-Theorie stimmt, werden sie sich hoffentlich hier kommentarisch äussern, um dieses Bild, das man von ihnen hat, zu korrigieren.

Eins jedoch muss ich festhalten: Auch wenn ich das Vorgehen der Plattenfirma für eher verwerflich halte, die Jungs von Tokio Hotel kann ich voll und ganz verstehen. Welche Schülercombo würde nicht unterschrieben, wenn man ihnen Instant-Ruhm verspricht, welche Teenager würden nicht auf den normalen Schulalltag verzichten, wenn dieser aufgrund ihres Erfolges gar nicht mehr möglich ist, und welcher Junge in diesem Alter würde in einem Bild-Interview nicht nur Scheisse erzählen? Eben.

Und noch zwei Dinge zum Schluss: Wenn ich eine Tochter in diesem Alter hätte, es wäre mir tausendmal lieber, aus ihrem Zimmer Tokio Hotel (und noch ein letztes Mal: Tokio Hotel Tokio Hotel Tokio Hotel) zu hören als Scooter oder Sido. Denn schlecht ist die Musik nicht. Unausgereift, meinetwegen. Aber alle Bands haben mal klein angefangen, und meiner Meinung nach ist bei Tokio Hotel schon ein gewisses Potenzial da.
Und zweitens, und das würde ich eigentlich am liebsten ganz ganz klein schreiben, aber man soll ja zu seiner inneren 13-Jährigen stehen... Bill ist ja schon irgendwie süss.
5.11.05 22:29


Geiz ist geil? Ich bin doch nicht blöd.

Ja, man findet mich oft auf dem Sofa oder im Bett mit der Fernbedienung in der Hand. Ja, ich glotz TV. Und nein, ich schalte bei den Werbepausen nicht zwingend immer um. Ab und an gucke ich ganz gerne Werbung und natürlich wirkt sie auch oft. In meinem Badezimmer steht zum Beispiel derzeit das neuste L'Oréal-Shampoo inklusive Conditioner, weil ich auch gerne Haare wie Laetitia Casta hätte. Also, eigentlich hätte ich am liebsten alles so wie Laetitia Casta, was das Aussehen betrifft. Aber Haare wie Laetitia Casta scheinen preislich am erreichbarsten. Und während sich meine Kopfstahlwolle zwar nicht wie Kaschmir, sondern eher wie polierte Stahlwolle anfühlt, riecht sie immerhin nicht wie Stahlwolle.

Trotzdem. Ein bisschen mehr Ehrlichkeit in der Werbung wäre wünschenswert. Natürlich funktioniert Werbung nach dem System 'to dream the impossible dream, to reach the unreachable star' am besten, aber hey - manchmal könnte man doch auch einfach sagen, wie es ist. Warum nicht mal ein Always Ultra-Spot mit einer pickeligen, fetthaarsträhnigen Miesepetra, die genervt in die Kamera zischt: "Wenn ich meine Tage habe, kann mir die Welt gestohlen bleiben. Da gehe ich garantiert nicht schwimmen, im Minirock durch die Stadt hüpfen oder drängle mich im Kino durch volle Reihen. Da möchte ich lieber Leute ertränken, in Watte gepackt im Bett liegen oder im Kino alle anbrüllen, die bei leisen Szenen laut Popcorn knurpsen. Und am allerwenigsten brauche ich da eine Binde, auf die ich mich nicht verlassen kann." Na? Na??? Wie überzeugend wäre das denn bitte?! Achja: Blaue Ersatzflüssigkeit wäre übrigens ersatzlos gestrichen. Wir sind Frauen, keine WC-Enten.

So stelle ich mir angenehme Werbung vor. Einfach mal sehen, dass es anderen genauso scheisse geht wie mir, statt vorgeführt zu kriegen, wie toll das Leben sein könnte, wenn ich nur Produkt X oder Gegenstand Y besitze. Okay, andererseits, wenn ich sehen will, dass andere Leute noch schlechter dran sind als ich, brauch ich nur Die Supernanny, Frauentausch oder irgendeine Gerichtsshow zu gucken. Herr, ich danke dir, dass ich nicht bin wie diese da.

Natürlich gibt es dann doch Werbespots, bei denen ich entweder loskreische oder sofort wegzappe. Beim "Fruchtalaaaarm"-Kind geht bei mir der Fluchtalaaaarm los. Dem Jungen, der immer alle Erwachsenen mit selbstgebrühtem Kaffee beruhigen will, wünsche ich eine Lehrerin, die nur Grüntee mag und einen Vater, der aus Gesundheitsgründen kein Koffein mehr zu sich nehmen darf. Da hat's sich dann mit "Har-mo-niiiie, Papa!" Und der Hausfrau und Mutter, die jetzt noch so stolz auf ihren stets vorhandenen Toffifee-Vorrat ist, sei gesagt, dass ihre Kinder bestimmt irgendwann auf ihren eigenen Haschstash stolz sein werden. "Ist einfach Erfahrungssache."

Achja, und sollte es je einen Relaunch von MTV's (von mir sehr geschätztem) Celebrity Deathmatch geben, wünsche ich mir, dass Burger King-Elton gegen Ronald McDonald verliert, dass Thomas Gottschalk und Verona Feldpooth sich gegenseitig aus dem Verkehr ziehen und dass zum Schluss die nervigste Werbefigur überhaupt, die Saturn-Trulla gegen die gesamte Belegschaft der deutschen Mediamärkte antreten muss. Da würde ich nämlich sogar den derzeitigen Mediamarkt-Slogan unterstützen: "Wir holen den Titel!"
6.11.05 23:12


Schni Schna Schnippel

Gerade kam eine Wiederholung von MTVs True Life Dokumentation über Leute, die sich irgendwelchen Schönheitsoperationen unterziehen. Einerseits ging es um einen unglücklichen jungen Mann, der zwar ganz doll viel trainierte, aber trotzdem noch dünne Waden hatte, andererseits um zwei Mädels, im Alter von 19 und 20, die schon einige Schönheits-OPs hinter sich hatten, aber offensichtlich immer mehr und mehr und mehr wollen, und drittens präsentierte sich noch eine junge Frau, die wirklich sehr dick war und sich den Magen verkleinern liess. Lassen wir diese Dame mal beiseite, da es sich bei ihr wirklich um ein gesundheitliches Problem handelte und das Thema Abnehmen an anderer Stelle mal behandelt werden soll, wenn ich nicht gerade viel zu tief in den Nutellatopf gelangt habe (darüber dass man mit nutellavollem Mund nicht dem Ehegatten die Zunge rausstrecken sollte, weil das hässliche Flecken auf dem Bademantel gibt, sprechen wir jetzt auch nicht). Den Wadentypen lassen wir desweiteren auch unerwähnt, der war einfach ZU doof.

Ich habe vollstes Verständnis für Leute, die sich irgendwie verbessern wollen. Hell, wenn jemand ein charakterliches und physisches Work in Progress ist, dann sicher ich. Aber so sehr es mich ab und zu gelüstet, zum Quick Fix, dem schnellen angeblichen Allheilmittel zu greifen - irgendwie bin ich eben doch zu sehr Realistin und weiss, dass sowas langfristig nicht funktionieren kann. Zumindest nicht, wenn man sich nicht vorher auch psychisch auf die körperliche Veränderung einstellt. Ich zum Beispiel bin zwar derzeit in einem Abnehmprogramm (okay, sprechen wir doch drüber), muss mich aber gleichzeitig auch mit dem Thema befassen, wie es für mein Innenleben sein wird, falls ich es tatsächlich einmal schaffe, schlank zu sein. Ich war schon mal schlank und weiss deshalb, dass das Leben nicht automatisch perfekt wird, nur weil man keine allzu groben Figurprobleme mehr hat. Anders, ja das wird es vermutlich schon. Daran, dass ich nunmal ein komplizierter Mensch mit einem schwierigen Charakter bin, werden 30 Kilo weniger auch nichts ändern. Darauf stelle ich mich zumindest ein. Meine Maxime war schon immer "Expect the worst, hope for the best"...

Wie dem auch sei, ich fand diese Doku sehr erschreckend. Natürlich bin ich nicht blöd und mir ist klar, dass Schönheits-OPs in den USA mittlerweile fast nach dem Drive Thru-Prinzip ablaufen, aber trotzdem: Da gehen diese beiden oben erwähnten Mädels zum Arzt und der fragt die eine, die sich Nase und Oberlippe machen lassen will, ob sie noch gleich ein bisschen Fett absaugt haben will. Worauf sie meint: "Keine Ahnung, entscheiden Sie, Sie sind der Arzt." Er guckt sich ihre Taille und ihre Oberschenkel an, an denen wirklich NICHTS auszusetzen ist und meint dann, nachdem er ihr fast die Haut vom Leib zerrt, um ein Pölsterchen hinzukriegen, dass man hier noch was wegmachen könnte. Hippokratischer Eid, ick hör dir trapsen...

Ich hab früher als Teenie ab und zu mit dem Gedanken gespielt, meine Nase operieren zu lassen, weil sie halt nen Knubbel hat und auch sonst nicht dem klassischen Ideal entspricht. Dann fand ich auch immer meine Augen zu klein, und meine Lippen werden altershalber halt auch nicht voller. Ich werde auch mit 30 Kilo weniger keine perfekte Figur haben, geschweige denn eine perfekte Persönlichkeit. Aber meiner Erfahrung nach ist es nicht nur am gesündesten, sondern auch am billigsten, sich immer wieder selbst zu vergeben und nach reiflicher Prüfung für ganz okay zu befinden. Wenn jemand einen Trick kennt, dass man die Selbstakzeptanz ein für allemal hinkriegt und sie dann auf ewig zu den Akten legen kann - bitte, den würde ich auch gerne lernen. Allerdings nur unter der Bedingung, dass ich dabei nicht von MTV gefilmt werde.
12.11.05 13:31


The Handyman Can

Sooo, heute und morgen haben wir also die Handwerker im Haus. Wir kriegen neue Fenster - damit hatte man uns schon im Frühling, als wir die Wohnung übernahmen, gedroht. Ich hatte allerdings schon gehofft, dass es nicht November wird, bis die Aktion stattfindet. Naja, heute ist ja zum Glück der erste richtig kalte Tag seit längerem, da lohnt es sich wenigstens, dass die Wohnung jetzt auf der einen Fensterfrontseite aus Löchern besteht. Irgendwie fühle ich mich an Bridget Jones erinnert, die hatte ja auch mal ein Loch im Wohnzimmer. Werde anfangen, mir Sorgen zu machen, wenn mir einer der Handwerker eine Patrone mit meinem Namen drauf schenkt.

Aber im Moment scheinen die ja nichts von mir zu wollen. Okay, ich habe zugegebenermassen die Küchentür zugeschoben, aber das liegt daran, dass es zieht wie Hechtsuppe. Kleiner Exkurs: Weiss hier jemand, woher diese Redewendung kommt? Hier zwei Theorien dazu (Das war übrigens das erste Mal, dass ich hier einen Link gesetzt habe, ich hätte es ja auch abtippen können, aber wegen der Hechtsuppe habe ich etwas klamme Finger). Dabei habe ich ihnen extra ne Thermoskanne mit Wasser sowie allen Utensilien zum Tee- und Kaffeemachen hingestellt. Aber vielleicht trauen sie sich ja nicht zu mir in die Küche. Ich bin ja so eine grässliche Perfektionistin und 'Alle müssen mich liebhaben'-Süchtige, dass ich mir Sorgen mache, ob es den Handwerkern denn auch gefällt und gut geht. Und mich mies fühle, weil ich nicht extra Kekse eingekauft habe. Okay, die würde ich im Moment wohl eher selber mampfen. Die Chips oben auf dem Schrank stossen auch in regelmässigen Abständen leise, aber eindringliche Lockrufe aus. Küche ist ein schlechter Ausweichort zum Blogschreiben. Und frierende Ichs schreiben unamüsante Blogs. Frieren ist aber auch so verdammt unlustig. Sprach ein Zeh zum andern: Na, auch schon blau so früh am Morgen? Ha ha.

Die Handwerker schrauben und werkeln und bohren also so vor sich hin. Einerseits ist das ja total positiv, weil es bedeutet, dass wir besser isolierte Fenster haben und somit endlich heizen können, und ausserdem sind wir jetzt endlich auch mal die Leute, die in ihrer Wohnung Krach machen bzw. Krach machen lassen. Über uns wohnt ja jemand, der den grässlichsten Raucherhusten mit Auswurf hat, den man sich vorstellen kann. Quasi jeden Morgen von feucht klingenden 'Äffzg, Röchel, Kröchzsch'-Lauten geweckt zu werden, ist nicht erquickend. Vor allem wenn man in der Nacht zuvor nicht einschlafen konnte, weil das kleine Kind in der Wohnung unter uns mal wieder nachtaktiv war. Die Familie kommt wohl ursprünglich aus Indien, ich frage mich da jeweils, ob das Kind nach der dortigen Zeitzone erzogen wird. (Nein, verehrte Nachbarn, eigentlich hab ich euch alle doll lieb. Immerhin wascht ihr nicht immer an meinem Waschtag und hängt mir zur Entschuldigung welken Salat an die Wohnungstür, was schon eine gewaltige Verbesserung ist.)

Eigentlich wollte ich mich aber trotzdem zum Thema Handwerker äussern. Komisch, dass ich immer abschweife, denn Kälte zieht ja bekanntlich zusammen, also sollte ich quasi konzentrierter sein. Aber ich war ja noch nie gut in Physik. Wie gesagt, ich finde die Tatsache, dass wir neue Fenster kriegen eigentlich super, und die Handwerker sind wahrscheinlich auch total kompetent und nett, aber mir wäre trotzdem lieber, wenn die Fenster schon fertig drinne wären. Manchmal sollte man einfach das Leben bis zum gewünschten Zeitpunkt vorspulen können. Für das Wiedererleben von schönen Momenten in Slow Motion hat man schliesslich auch so eine Vorrichtung: Nennt sich Erinnerungen.

Ich glaub das wird nichts mehr mit dem Blog über die Handwerker. Die wären halt wirklich besser im Sommer vorbeigekommen. So mit viel Sonne und Schwitzen beim Schleppen und nacktem Oberkörper. Dann hätte ich sicher einiges zum Thema zu sagen...
14.11.05 09:44


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